Deutschland

Details

  • Geschäftsbereich: Audit
  • Typ: Aktuelles
  • Datum: 05.06.2014

Wissen sie denn, was sie tun? 

Armut, Naturkatastrophen, Klimawandel oder mangelnder Zugang zu Bildung: Gründe, sich sozial zu engagieren, gibt es genug. Viele Unternehmen tun das. Gemeinsam mit zugehörigen Stiftungen investieren sie weltweit jährlich Milliarden in soziale Programme. Aber wo kommt das Geld an? Wissen Unternehmen, ob und was es langfristig bewirkt?

Danach fragen die Autoren des Sustainable Insight Magazins in der aktuellen Ausgabe mit dem Titel „Unlocking the Value of Social Investment“. KPMG hat untersucht, wie die 100 größten Unternehmen weltweit über ihre Spenden, Pro Bono-Aktivitäten und ähnliches berichten.

 

Simone Fischer, Partnerin bei KPMG, und Carmen Gräbsch, Assistant Managerin Sustainability Services für Deutschland bei KPMG, im Interview über die Ergebnisse.

 

Viele Unternehmen spenden und engagieren sich sozial. Berichten sie auch darüber?
   

Fischer: Ja, sie berichten umfangreich. 93 Prozent der untersuchten Firmen legen Inputgrößen offen – etwa, welche Summen sie spenden oder wie viel Zeit Mitarbeiter ehrenamtlich tätig sind. Neun von zehn nennen auch Zahlen zum Output, wie die Anzahl der erreichten Programmteilnehmer.
  

Nur jedes fünfte Unternehmen quantifiziert allerdings den Outcome, also das direkt erzielte Ergebnis. Bei einem Ausbildungsprogramm kann das die durch die Maßnahme erworbene Qualifikation eines Schüler sein. Und kein einziges beziffert, was indirekt im größeren Maßstab bewirkt wurde, den „Impact“. In unserem Beispiel könnte das langfristig verringerte Arbeitslosigkeit und weniger Armut durch bessere Frühbildung sein.
  

Was ist so schwer daran, diesen Impact zu messen?
   

Gräbsch: Es gibt sehr viele Initiativen und Rahmenwerke – viele Unternehmen wissen nicht, wo sie anfangen sollen. Andere geben ihre Fördermittel an Stiftungen oder NGOs und wissen nicht, wofür genau diese das Geld einsetzen. Die Arbeit mit Fallstudien zu einem isolierten Bereich kann ein guter Ansatz sein.

  

Wissen die Unternehmen also teilweise gar nicht, wo die Spenden ankommen?
 

Fischer: Doch, es geht nicht um die Frage, ob die Mittel ankommen oder zweckentfremdet wurden. Es geht darum, wofür genau sie eingesetzt wurden und ob das Ziel erreicht wurde bzw. erreicht werden kann.    

Wie können sie es besser machen?
   

Fischer: Wichtig ist die Darstellung der Strategie.  Was sollen soziale Investments bewirken? Die zur Messung benutzten Kennzahlen, die Basis, von der aus Fortschritte bewertet und berichtet werden und die angewandte Methodik sollten transparent sein. Soziale Engagements wirken sich auch oft erst langfristig aus. Dann ist Berichterstattung über einen längeren Zeitraum wichtig.  

Was bringt es den Unternehmen, die Auswirkungen zu messen und  zu analysieren?
   

Gräbsch: Wenn sie den Wertbeitrag sozialer Projekte bestimmen, können sie diese effektiver und effizienter gestalten.

 

 

 Interview: Merle Jorczik, Redaktion

 

Simone Fischer

Simone Fischer

Partner, Head of Sustainability Services Deutschland

+49 211 475-7631

Werte. Wandel. Wirtschaft.