Zurück zur Inhaltsseite

      Mit einem erwarteten Bruttoinlandsprodukt von 5.014 Milliarden USD im Jahr 2025 ist Deutschland nach den Vereinigten Staaten und China und knapp vor Japan die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt und damit auch die größte Volkswirtschaft Europas. Perspektivisch wird jedoch erwartet, dass Indien an Japan und Deutschland vorbezieht. Insbesondere die Ausfuhr von Kraftwagen und Kraftwagenteilen sowie chemischen Erzeugnissen machten Deutschland bislang zur drittgrößten Exportnation der Welt. Mit 70 % trägt der Dienstleistungssektor den größten Teil zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes bei.


      Stand Daten: 09.01.2026

      auto_stories

      Internationale Investoren sehen Chancen am Wirtschaftsstandort Deutschland, bemängeln aber zugleich sich verschlechternde Standortfaktoren

      Aktuelle Insights im Januar 2026

      Verhaltener Optimismus für 2026

      Drei Krisenjahre in Folge, schlechte Stimmung bei vielen Unternehmen, mehr Firmeninsolvenzen: Die deutsche Wirtschaft befindet sich in schwerem Fahrwasser. Die nüchterne Bilanz der vergangenen drei Jahre: gerade einmal zwei Quartale mit Wachstum. Auch die Politik der neuen schwarz-roten Koalition hat bisher nicht für einen Stimmungsumschwung gesorgt.

      In 2026 soll es nun aber bergauf gehen, allerdings nur verhalten. Zwischen +0,6 % und +1,5 % Wachstum werden je nach Prognose erwartet. Getrieben werden dürfte das Wachstum 2026 maßgeblich durch Sondereffekte: staatliche Milliardenausgaben für Infrastruktur wie Straßen und Schienen sowie für Verteidigung. Zudem fallen mehr Feiertage auf ein Wochenende, so dass es 2026 mehr Arbeitstage als im Vorjahr gibt.

      Ohne tiefgreifende Reformen sei laut Verbänden und Ökonomen jedoch mit einem wirklichen Aufschwung hierzulande nicht zu rechnen. Hohe Energiekosten, steigende Sozialabgaben, langwierige Planungs- und Genehmigungsverfahren und zu viel Bürokratie belasten weiterhin die deutsche Wirtschaft.

      Auch die Stimmung unter den Unternehmen in Deutschland hat sich erneut verschlechtert. Der ifo Geschäftsklimaindex sank im Dezember 2025 auf 87,6 Punkte, nach 88,0 Punkten im Vormonat November 2025. Grund dafür waren schlechtere Erwartungen für die kommenden Monate.

      Die Staatsquote, die den staatlichen Einfluss auf eine Volkswirtschaft anzeigt, ermittelt sich als Gesamtausgaben des Staates in Prozent des BIP. Diese betrug 2025 nach Angaben des EU-Kommission in Deutschland 50,2 % und lag damit leicht über dem EU-Durchschnitt von 49,6 % und der Staatsquote anderer großer Volkswirtschaften, wie dem Vereinigten Königreich (46,9 %), der USA (39,6 %) und Japan (41,3 %).

      Der Anteil von Steuer- und Sozialabgaben an den Gesamtarbeitskosten für Durchschnittsverdiener betrug nach Angaben der OECD im Jahr 2024 in Deutschland für Singles ohne Kinder 47,9 %. Damit rangiert Deutschland unter den 38 Mitgliedstaaten der OECD nach Belgien auf dem zweitschlechtesten Platz und liegt deutlich über dem OECD-Durchschnitt von 34,9 %, was die Attraktivität Deutschlands als Investitionsstandort belastet. Auch in Ländern außerhalb der EU, wie Großbritannien (29,4 %) oder den USA (30,1 %) ist die Quote wesentlich niedriger.

      Die aktuellen Prognosen deutscher Wirtschaftsforschungsinstitute und staatlicher Organisationen zur Entwicklung des BIP in Deutschland liegen zwischen +0,6 % und +1,5 % für das Kalenderjahr 2026 und zwischen +1,0 % und +1,6 % für 2027:

      Konjunkturprognosen

      Stand Daten: 09.01.2026

       

      GDP growth

      Deutsche Exporte im November 2025 rückläufig

      Die deutschen Exporte haben im November 2025 einen Dämpfer erlitten. Sie fielen um -2,5 % im Vergleich zum Vormonat Oktober 2025 auf 128,1 Milliarden Euro. Im Vergleich zu November 2024 verzeichneten die Exporte einen Rückgang um -0,8 %.

      Umgekehrt wurden Waren im Wert von 115,1 Milliarden Euro importiert - ein Plus von +0,8 % im Vergleich zum Vormonat Oktober 2025. Die Außenhandelsbilanz schloss damit unter dem Strich mit einem Überschuss von +13,0 Milliarden Euro ab.

      Die meisten deutschen Ausfuhren gingen im November 2025 erneut in die USA. Dorthin wurden Waren im Wert von 10,8 Milliarden Euro geliefert, aber -4,2 % weniger als im Oktober 2025. Verglichen mit November 2024 lagen die Exporte Deutschlands in die weltgrößte Volkswirtschaft sogar um -22,9 % niedriger. Ursächlich für diese Entwicklung dürften die neu eingeführten US-Importzölle sein. Die Exporte in die Volksrepublik China hingegen stiegen im November 2025 im Vergleich zum Oktober 2025 um 3,4 % auf 6,5 Milliarden Euro.

      Der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe ist im November 2025 gegenüber Oktober 2025 saison- und kalenderbereinigt um +5,6 % gestiegen. Ohne die Berücksichtigung von Großaufträgen war der Auftragseingang um +0,7 % höher als im Vormonat. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich lag der Auftragseingang von September 2025 bis November 2025 um +4,0 % höher als in den drei Monaten zuvor.

      Ein ähnliches Bild zeigt sich in der Industrieproduktion: Die reale (preisbereinigte) Produktion im Produzierenden Gewerbe ist im November 2025 gegenüber Oktober 2025 saison- und kalenderbereinigt um +0,8 % gestiegen. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich war die Produktion von September 2025 bis November 2025 um +0,7 % höher als in den drei Monaten zuvor.

      Trade volume

      Inflation sinkt im Dezember 2025 deutlich

      Die Inflationsrate in Deutschland ist im Dezember überraschend stark gefallen. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich um +1,8 % im Vergleich zum Vorjahresmonat. Im Oktober und November 2025 lag die Teuerung bei jeweils +2,3 %, nachdem sie im September 2025 mit +2,4 % einen Jahreshöchststand markiert hatte.

      Im Dezember 2025 verteuerten sich Dienstleistungen mit +3,5 % spürbar. Grund dafür sind  gestiegene Löhne, die Unternehmen an Kundinnen und Kunden weiterreichen. Die Anhebung des Mindestlohnes zum 1. Januar 2026 wird sich voraussichtlich ebenfalls preiserhöhend auswirken. Die Lebensmittelpreise lagen im Dezember um +0,8 % über dem Niveau des Vorjahresmonats. Der Wert liegt deutlich unterhalb der allgemeinen Inflationsrate. Dennoch spüren die Menschen beim täglichen Einkauf, dass die Preise für Nahrungsmittel insgesamt deutlich höher sind als vor einigen Jahren. Entspannung gibt es bei den Energiepreisen: Benzin, Strom und Gas waren der Statistik zufolge im Dezember 2025 -1,3 % günstiger als ein Jahr zuvor. Im internationalen Vergleich weist Deutschland jedoch nach wie vor vergleichsweise hohe Energiepreise auf.

      Die von Ökonomen besonders beachtete Kerninflation ohne die schwankungsanfälligen Preise für Nahrungsmittel und Energie sank im Dezember 2025 im Vergleich mit November 2025 von +2,7% auf +2,4 %.

      Im Gesamtjahr 2025 zogen die Kosten für die Lebenshaltung um durchschnittlich +2,2 % an, ähnlich wie im Jahr 2024. Für das neue Jahr 2026 prognostizieren die Wirtschaftsforschungsinstitute einen leichten Rückgang auf +1,8 bis +2,2 %. Entlastet werden die Verbraucherinnen und Verbraucher unter anderem durch den Wegfall der Gasumlage und geringere Netzentgelte.

      Inflationsprognose

      Stand Daten: 09.01.2026

      Inflation

      Einsetzende Winterpause erhöht Arbeitslosigkeit

      Die Zahl der Arbeitslosen ist in Deutschland im Dezember 2025 im Vergleich zu November 2025 um 23.000 auf 2,908 Millionen Menschen gestiegen. Das sind +101.000 mehr als im Dezember 2024. Die Arbeitslosenquote stieg im Vergleich zum November 2025 um +0,1-Punkte auf 6,2 % und im Vergleich zum Vorjahresmonat November 2024 um +0,2 Punkte.

      Dem Arbeitsmarkt fehlt weiterhin wirtschaftlicher Rückenwind. Im gesamten Jahr 2025 hat sich der Arbeitsmarkt in Deutschland deutlich ​eingetrübt. Im Jahresdurchschnitt waren 2,948 Millionen Menschen arbeitslos ‌gemeldet, 161.000 ⁠mehr als 2024. Das ist laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit der höchste Jahreswert seit 2013. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote stieg um +0,3 Punkte auf 6,3 %.

      Arbeitslosigkeit

      Deutscher Strommix wird immer grüner

      In Deutschland haben Erneuerbare Energien einen steigenden Anteil am Strommix. Im dritten Quartal 2025 betrug er 64,1 % der inländischen Stromerzeugung. Insgesamt wurden im Sommer 98,3 Milliarden Kilowattstunden Strom in Deutschland erzeugt und ins Netz eingespeist. Das waren zwei Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

      Bei den Erneuerbaren erhöhte sich vor allem der Anteil des Stroms aus Windkraft: Er stieg im dritten Quartal um +10,5 % gegenüber dem Vorjahr. Damit blieb die Windkraft mit einem Anteil von 26,8 % wichtigster Energieträger. Die Stromerzeugung aus Photovoltaik - also Sonnenenergie - legte demzufolge um +3,2 % zu und kam auf einen Anteil von 24,1 %. In beiden Bereichen wurden aufgrund des Ausbaus Höchstwerte registriert.

      Einblicke in die globalen Wachstumsaussichten, Chancen und Herausforderungen bietet der KPMG Global Navigator.

      Einschätzungen zur wirtschaftlichen Lage, generativer KI, ESG und weiteren aktuellen Themen zeigt ferner unser CEO Outlook 2025, für den 1.350 CEOs großer Unternehmen der ganzen Welt befragt wurden, darunter 125 CEOs in Deutschland.

      Eine Beurteilung deutscher Unternehmen hinsichtlich ihrer eigenen Zukunftsfähigkeit angesichts neuer Chancen und komplexer Aufgabenstellungen, ihre Investitionsvorhaben und Einschätzung zu Trends der nächsten Jahre zeigt zudem unser Future Readiness Monitor 2025, für den 570 Top-Entscheider:innen der deutschen Wirtschaft befragt wurden.

      Erneuerbare Energien

      Einblicke in die globalen Wachstumsaussichten, Chancen und Herausforderungen bietet der KPMG Global Navigator.

      Einschätzungen zur wirtschaftlichen Lage, generativer KI, ESG und weiteren aktuellen Themen zeigt ferner unser CEO Outlook 2025, für den 1.350 CEOs großer Unternehmen der ganzen Welt befragt wurden, darunter 125 CEOs in Deutschland.

      Eine Beurteilung deutscher Unternehmen hinsichtlich ihrer eigenen Zukunftsfähigkeit angesichts neuer Chancen und komplexer Aufgabenstellungen, ihre Investitionsvorhaben und Einschätzung zu Trends der nächsten Jahre zeigt zudem unser Future Readiness Monitor 2025, für den 570 Top-Entscheider:innen der deutschen Wirtschaft befragt wurden.

      Einblicke in die globalen Wachstumsaussichten, Chancen und Herausforderungen bietet der KPMG Global Navigator.

      Einschätzungen zur wirtschaftlichen Lage, generativer KI, ESG und weiteren aktuellen Themen zeigt ferner unser CEO Outlook 2025, für den 1.350 CEOs großer Unternehmen der ganzen Welt befragt wurden, darunter 125 CEOs in Deutschland.

      Eine Beurteilung deutscher Unternehmen hinsichtlich ihrer eigenen Zukunftsfähigkeit angesichts neuer Chancen und komplexer Aufgabenstellungen, ihre Investitionsvorhaben und Einschätzung zu Trends der nächsten Jahre zeigt zudem unser Future Readiness Monitor 2025, für den 570 Top-Entscheider:innen der deutschen Wirtschaft befragt wurden.

      Weitere interessante Inhalte für Sie