Schweiz

BVG Strukturreform 

Das Parlament hat mit der Strukturreform der zweiten Säule eine Reihe von Massnahmen beschlossen, um die Transparenz, Governance und Unabhängigkeit der Pensionskassen zu stärken und deren Aufsicht zu verbessern. Die Umsetzung der Reform stellt Vorsorgeeinrichtungen vor zahlreiche Herausforderungen.
Image BVG Reform

Worum geht es?

Im März 2010 haben die eidgenössischen Räte die Strukturreform der beruflichen Vorsorge (BVG) gutgeheissen. Die revidierten gesetzlichen Bestimmungen treten in drei Etappen in Kraft. Bereits im Januar 2011 haben die Änderungen zugunsten älterer Arbeitnehmer (1. Etappe) Gültigkeit erlangt. Die Umsetzung der weiteren Reformen steht noch an.

Nach einer heftig geführten politischen Debatte hat der Bundesrat im Juni 2011 die Verordnungen zur Strukturreform der beruflichen Vorsorge verabschiedet. Die Bestimmungen betreffend Transparenz und Governance (2. Etappe) treten am 1. August 2011 in Kraft. Ziel dieser Massnahmen ist es, die Pensionskassen zu mehr Transparenz zu verpflichten und die Führung der Vermögensverwaltung zu verbessern. Neu werden etwa konkrete Anforderungen an die Integrität und Loyalität der Vermögensverwalter gestellt und bedeutende Rechtsgeschäfte mit Nahestehenden sind von der Revisionsstelle hinsichtlich Marktkonformität zu überprüfen. Die Vorsorgeeinrichtungen haben bis Ende 2012 Zeit, die nötigen Anpassungen vorzunehmen.


Mit dem Inkrafttreten der Bestimmungen zur Aufsichtsstruktur am 1. Januar 2012 (3. Etappe) wird die Oberaufsicht der Pensionskassen auf Bundesebene neu strukturiert und deutlich von der Direktaufsicht getrennt, welche neu von den Kantonen wahrgenommen wird. Mit dieser Massnahme soll die Aufsicht der 2. Säule gestärkt und besser koordiniert werden. Momentan findet die Präzisierung der Aufsicht auf Ebene der Verordnungen statt. Die Übertragung der Kompetenzen an die Kantone erfolgt in einer dreijährigen Übergangsfrist bis Ende 2014.

Was sind Ihre Herausforderungen?

 

  • Umsetzung der verschärften Loyalitäts- und Integritätsbestimmungen sowie Sicherstellung der laufenden Einhaltung
  • Überprüfung der Rechtsgeschäfte mit Nahestehenden
  • Sorgfältige Auswahl der Verantwortlichen und Vermeidung von potentiellen Interessenskonflikten (Überprüfung der aktuellen Situation)
  • Sicherstellung, dass ein der Grösse und Komplexität der Vorsorgeeinrichtung angemessenes internes Kontrollsystem besteht
  • Überprüfung der Offenlegung der Verwaltungs- und Vermögensverwaltungskosten

 

Wie kann KPMG helfen?

 

  • Unterstützung bei der internen Organisation und bei der Gestaltung der Regelwerke
  • Erstellung von Organisations- und Anlagereglementen
  • Unterstützung bei der Einführung und dem Unterhalt eines internen Kontrollsystems
  • Schulung der Stiftungsräte zu ausgewählten Fragestellungen


Kurt Gysin

Kurt Gysin

Partner, dipl. Wirtschaftsprüfer, Sektorleiter Pensionskassen KPMG Schweiz

+41 58 249 36 11

Revisionsstelle nach BVG (Pensionskassen)

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