Schweiz

Neue Rechnungslegung 

Ursprünglich war vorgesehen, die Rechnungslegungsvorschriften als Teil der Aktienrechtsrevision zu modernisieren. Inzwischen ist aus dem Rechnungslegungsteil der Aktienrechtsrevision eine eigenständige Vorlage geworden. Die momentan vorliegenden Änderungsvorschläge betreffen vor allem die Pflicht zur Erstellung einer Konzernrechnung.

Worum geht es?

 

Unter besonderer Berücksichtigung der Anliegen von KMU ist 2007 eine Gesetzesvorlage ausgearbeitet worden, welche für die Rechnungslegung von grossen Gesellschaften einige zusätzliche Erfordernisse, aber auch Erleichterungen vorsah. Grosse Gesellschaften, die einer ordentlichen Revision unterstehen, hätten darüber hinaus eine Geldflussrechnung, einen Lagebericht und weitere Angaben bereitstellen müssen.

 

Die entsprechende Botschaft zur Aktienrechtsrevision wurde am 21. Dezember 2007 mitsamt den neuen Vorschlägen zur Rechnungslegung veröffentlicht. Die eingereichten Änderungsvorschläge sind jedoch im Laufe der parlamentarischen Debatte deutlich abgeschwächt worden, so dass die Modernisierung der Rechnungslegungsvorschriften wesentlich moderater ausfallen wird, als dies ursprünglich angestrebt wurde. Über ein mögliches Inkraftsetzungsdatum der neuen Rechnungslegungsvorschriften liegen noch keine Angaben vor.

  

Was bedeutet das für Sie?

Mit der Inkraftsetzung der neuen Rechnungslegungsvorschriften per 1.1.2012 verändern sich insbesondere die Grössenkriterien, welche zur Erstellung einer Konzernrechnung verpflichten. Diese haben sich im Laufe der parlamentarischen Debatte deutlich erhöht:

  • Bilanzsumme: 20 Mio. CHF (bisher 10 Mio.)
  • Umsatzerlös: 40 Mio. CHF (bisher 20 Mio.)
  • Vollzeitstellen: 250 (bisher 200)

 

Der Gesetzesentwurf von 2007 hätte zudem eine rechtsformunabhängige Ausgestaltung der Konsolidierungspflicht vorgesehen. Dies ging dem Ständerat zu weit: Er schlägt deshalb vor, dass die Pflicht zur Erstellung in gewissen Fällen an eine kontrollierte Unternehmung übertragen werden kann. Auch von der Absicht, für eine gesetzlich erforderliche Konzernrechnung einen anerkannten Rechnungslegungsstandard (z.B. Swiss GAAP FER, IFRS) vorzuschreiben, haben die Räte Abstand genommen.

 

Wie kann KPMG helfen?

  • Wir verfolgen die parlamentarischen Diskussionen und kommentieren die Neuerungen, damit Sie immer auf dem neusten Stand sind.
  • Wir unterstützen Sie bei der Abklärung möglicher Auswirkungen des neuen Gesetzes.

Prof. Reto Eberle

Prof. Reto Eberle

Partner, dipl. Wirtschaftsprüfer

+41 58 249 42 43

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