Schweiz

Die Pauschalbesteuerung in der Schweiz 

Für ausländische Staatsbürger, die erstmals oder nach zehnjähriger Landesabwesenheit Wohnsitz in der Schweiz nehmen und in der Schweiz nicht erwerbstätig sind, besteht die Möglichkeit der Besteuerung nach dem Aufwand. Als Bemessungsgrundlage der Steuerberechnung gilt hierbei nicht das weltweite Einkommen und Vermögen, sondern vereinfacht der Lebensaufwand des Steuerpflichtigen.

 

Die Berechnungsgrundlage

 

Die Basis für die Berechnung der Einkommenssteuer sind die jährlichen Auslagen des Steuerpflichtigen in der Schweiz und im Ausland. Die Auslagen der Ehefrau und der unterhaltspflichtigen Kinder werden als Bestandteil miteinbezogen.

 

Die folgenden Auslagen bilden die Bestandteile der Berechnung:

 

  • Verpflegung und Bekleidung;
  • Wohnkosten (inklusive Heizkosten, Reinigung, Gartenarbeiten, etc.);
  • Angestellte;
  • Weiterbildung, Freizeitaktivitäten, Sport, etc.;
  • Reisen, Ferien, Kuraufenthalte, etc.;
  • Wesentlicher Unterhalt von Haustieren (Pferde, etc.);
  • Autos, Bote, Yachten, Flugzeuge etc.; und
  • alle übrigen Auslagen im Zusammenhang mit dem Lebensstandard.

 

Aufgrund der Schwierigkeiten der Festlegung der jährlichen Auslagen von Ausländern sieht das Schweizer Gesetz ein Mindestbetrag basierend auf den Wohnkosten vor:

 

  • Für Steuerpflichtige, welche in ihrer eigenen Liegenschaft wohnhaft sind, mindestens fünfmal den jährlichen Eigenmietwert (Annahme dass die Liegenschaft an eine Drittperson vermietet würde).
  • Für alle übrigen Steuerpflichtigen, mindestens der doppelte jährliche Betrag für Verpflegung und Wohnkosten.

 

Zur Berechnung der Vermögenssteuer aufgrund des hypothetischen Nettovermögens wird der ermittelte Lebensaufwand mit 5 % kapitalisiert.

 

Die folgende Karte gibt einen Überblick über die aktuelle Situation der Pauschalbesteuerung in den verschiedenen Kantonen. Klicken Sie auf die eingefärbten Bereiche um mehr zu erfahren:

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Kanton: Anzahl Pauschalbesteuerte am 31.12.12 / Total Steuerertrag

Da die Abschaffung der Pauschalbesteuerung in den Kantonen Appenzell Ausser-Rhoden, Basel-Landschaft und Basel-Stadt 2012 beschlossen wurde, weisen diese Kantone in der Steuerperiode 2012 noch pauschalbesteuerte Personen und Erträge aus.

 

Quelle: KPMG, Daten der Konferenz der Kantonalen Finanzdirektorinnen und Finanzdirektoren 2013

Stand: Oktober 2014

 

 

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Änderungen ab 2016

 

Am 1. Januar 2016 tritt das Gesetz zur Revision zur Aufwandbesteuerung in Kraft, welches die Mindestanforderungen an die Aufwandbesteuerung verschärft. Auf Bundes- und Kantonsebene gilt neu das Siebenfache des Mietzinses (bzw. des Eigenmietwerts) als Mindestanforderung zur Berechnung der Einkommenssteuer auf Basis des Aufwands. Auf Bundesebene gilt zusätzlich ein Mindestaufwand von 400‘000 Franken. Die Kantone müssen ebenfalls einen Mindestaufwand bestimmen, sind bei der Festlegung der Höhe jedoch frei.

 

Was ist aufgrund der Änderungen zu tun?

 

Insbesondere wenn der Lebensaufwand unter 400‘000 Franken liegt, sollten nach Aufwand besteuerte Privatpersonen ihre Situation prüfen lassen. Eine ordentliche Besteuerung könnte unter Berücksichtigung von steuerlichen Optimierungsmassnahmen zu einer niedrigeren Steuerlast führen.

 

Bis zur Einführung des neuen Gesetzes, wird den Pauschalbesteuerten zudem ein erweiterter Spielraum der Steuerplanung geschaffen.

 

Frank Lampert

Frank Lampert

Partner, Standortleiter Zentralschweiz, Head of International Private Client Services Switzerland, Tax

+41 58 249 49 84

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