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IFRS 9: Herausforderungen in der Bilanzierung von Finanzinstrumenten 

Der künftige internationale Rechnungslegungsstandard für Finanzinstrumente soll Bewertungsverfahren, Risikovorsorgen und Sicherungsgeschäfte transparenter machen. Der bisherige regelbasierte Standard IAS 39 wird durch den neuen prinzipienbasierten Standard IFRS 9 vollständig ersetzt.

Bild Themen IFRS 9

Die IAS 39-Regelungen zur Bilanzierung von Finanzinstrumenten werden oft wegen ihrer Komplexität bei der Umsetzung sowie ihrer unzureichenden Reflektion von Risikomanagementaktivitäten in der externen Berichterstattung kritisiert. Als Reaktion auf die Kritiken hat das International Accounting Standards Board (IASB) das Projekt "IAS 39 Replacement" aufgesetzt, um die bilanziellen Regelungen von Finanzinstrumenten nach IFRS grundlegend zu überarbeiten.

 

Von IAS 39 nach IFRS 9

 
Die Überarbeitung gliedert sich in drei Phasen:

 

  • Phase 1 - Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten
  • Phase 2 - Fortgeführte Anschaffungskosten und Wertminderungen
  • Phase 3 - Hedge Accounting

 
Während die erste Phase bereits mit der Veröffentlichung der neuen IFRS Regelungen abgeschlossen ist, werden neue Vorschläge für Phase 2 und 3 aktuell noch intensiv diskutiert. Vor dem Hintergrund des verzögerten Projektfortschritts hat das IASB vorläufig entschieden, den Termin des Erstanwendungszeitpunkts von IFRS 9 auf den 1. Januar 2015 zu verschieben. Eine frühere Anwendung ist zulässig.

 

Nach den neuen IFRS Regelungen werden das zugrundeliegende Geschäftsmodell und die Produkteigenschaften bezüglich Cashflows für die Kategorisierung und somit auch die Bewertung von Finanzinstrumenten maßgebend sein. Die bilanzielle Abbildung der Risikovorsorge nach IFRS wird auf dem "Expected Loss Model" basieren.

  

Das Hedge Accounting nach IFRS wird sich stärker an der Vorgehensweise im Risikomanagement orientieren. Das hat zur Folge, dass der Rechnungslegungsprozess zukünftig mehr als heute Teil der Wertschöpfungskette sein wird und damit stärker in den aktiven Management-Prozess integriert werden muss.

 

Durch die eintretende engere Vernetzung von Rechnungswesen, Meldewesen und Controlling ergeben sich neue Möglichkeiten für eine effizientere Banksteuerung. Damit geht die Notwendigkeit einher, bisherige Prozesse und IT-Systeme anzupassen.

Gerd Straub

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Iris Helke

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