Deutschland

Capital Requirements Directive (CRD IV): EU-Reform von Bankenaufsicht und Kapitaladäquanz 

Im Amtsblatt der Europäischen Union ist am 27. Juni 2013 das Legislativpaket CRD IV/CRR zur Umsetzung von Basel III in europäisches Recht veröffentlicht worden. Dies ist ein wichtiger Meilenstein bei der Reformierung der Beaufsichtigung von Banken in der EU nach der Finanzkrise. Übergeordnetes Ziel ist, den Bankensektor künftig widerstandsfähiger zu machen. Auch wenn die CRD IV inhaltlich auf den Baseler Vorgaben (Basel III) basiert, beinhaltet sie darüber hinausgehende Detaillierungen und Anforderungserweiterungen der EU.

Die Harmonisierung der Beaufsichtigung in der EU ist ein Kernanliegen der CRD IV. Deshalb erfolgen große Teile der Basel III-Umsetzung über eine unmittelbar anzuwendende Verordnung, bei der die Notwendigkeit der Umsetzung in nationales Recht entfällt. Insgesamt besteht das Reformpaket CRD IV aus zwei Rechtsakten:

 

  • Verordnung ("Regulation") mit unmittelbarer Bindungswirkung für alle EU-Institute: Sie enthält detaillierte Anforderungen für Kreditinstitute und Wertpapierfirmen und regelt vor allem die Themen Eigenkapital, Liquidität, maximale Verschuldungsquote sowie Kontrahentenrisiko.
  • Richtlinie ("Directive") mit Spielräumen für die Umsetzung in nationales Recht: Sie enthält grundlegende Regelungen zu Voraussetzungen für die Ausübung des Bankgeschäfts, Niederlassungs- und Dienstleistungsfreiheit sowie Grundsätze für die Bankenaufsicht. Neu sind an der Richtlinie Anforderungen zu Corporate Governance, Sanktionen, Kapitalpuffern und verbesserten Aufsichtsverfahren.

 
Umsetzung der CRD IV erfordert Anpassungen über Basel III hinaus
Die Regelungen können somit nach der Verabschiedung durch Europäisches Parlament und Europäischen Rat ab 2014 in Kraft treten.

  

KPMG geht davon aus, dass die neuen Standards sowohl für strategische Geschäftsmodelle als auch für das operative Eigenkapital-, Liquiditäts- und Risikomanagement komplexe Herausforderungen mit sich bringen.

Weil zur Umsetzung der CRD IV im Verlauf der nächsten beiden Jahre deutsche Regelungen in größerem Umfang aus nationalem Recht herausgelöst werden müssen, entstehen notwendige Anpassungen über die Implementierung von Basel III hinaus.

 

Institute werden zum einen die neuen Basel III-Themen umzusetzen haben, gleichzeitig aber auch die bestehenden Verfahren zur Umsetzung aufsichtsrechtlicher Vorgaben, zum Beispiel aus KWG, SolvV und GroMiKV überprüfen müssen. Dazu treten zusätzliche Anforderungen im Kontext diverser parallel laufender Reforminitiativen von Aufsicht und Standardsetzern.

 

Mit dem KPMG-Newsletter möchten wir Sie über die wesentlichen Inhalte der geplanten Änderungen informieren und Ihnen Hinweise auf mögliche Implikationen geben.

 

KPMG kann Ihnen für alle angesprochenen Bereiche kompetente Gesprächspartner anbieten - Sie können von unserer Expertise im Aufsichtsrecht und im Risikomanagement genauso profitieren wie in steuerlichen oder rechtlichen Fragestellungen, bei Fragen der Rechnungslegung und durch unser Know-how an den Schnittstellen von Prüfung und Beratung. Auch für sich anschließende Fragestellungen zum Beispiel zu IT-Architekturen oder Prozessoptimierung stehen Ihnen unsere KPMG-Spezialisten zur Verfügung.

Klaus Ott

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Thilo Kasprowicz

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