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  • Typ: Aktuelles, Express Accounting News
  • Datum: 17.06.2014

ESMA veröffentlicht Bericht zu IFRS-Rechnungslegungsanforderungen bei Unternehmenszusammenschlüssen 

Die European Securities and Markets Authority (ESMA) hat am 16. Juni 2014 den Bericht „Review on the application of accounting requirements for business combinations in the IFRS financial statements" veröffentlicht. Dem Bericht liegt eine Überprüfung der Angaben nach IFRS 3 in IFRS-Abschlüsse von 56 Emittenten in der EU zugrunde.

Bei der Überprüfung wurde festgestellt, dass es einige Beispiele guter Angaben zu Unternehmenszusammenschlüssen gibt, jedoch auch Bereiche, die deutliche Mängel aufweisen. Hierzu zählen insbesondere Angaben zum Geschäfts- oder Firmenwert und zu immateriellen Vermögenswerten sowie hinsichtlich der allgemeinen Verständlichkeit der Beschreibung der Transaktion.

 

Als unabhängige EU-Behörde verfolgt die ESMA unter anderem das Ziel, die einheitliche Durchsetzung des Wertpapierrechts innerhalb der EU sicherzustellen: Dazu gehören auch die IFRS. Entsprechend hoch ist der Verpflichtungscharakter des durch die ESMA skizzierten Verbesserungsbedarfs einzuschätzen. So erwartet die ESMA, dass sowohl Abschlussersteller als auch ihre Wirtschaftsprüfer die Ergebnisse dieses Berichts bei der Aufstellung bzw. Prüfung der IFRS-Abschlüsse berücksichtigen. Darüber hinaus sind die Verlautbarungen der ESMA von den nationalen Aufsichtsbehörden, beispielsweise der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung in Deutschland, im Rahmen von Enforcement-Verfahren zu beachten, um eine einheitliche IFRS-Anwendung in Europa sicherzustellen. Damit haben die Verlautbarungen der ESMA zwar keinen unmittelbaren Gesetzesrang, sind aber gleichwohl für IFRS-Bilanzierer von höchster Relevanz.