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  • Typ: Aktuelles
  • Datum: 04.02.2014

„Wir werden keinen Crashkurs fahren, um den Branchenführer abzulösen“ 

Während in Davos das Weltwirtschaftsforum stattfand, kamen in Schwäbisch Hall führende Mittelständler traditionell zum „Gipfeltreffen der Weltmarktführer 2014“ zusammen. Thematisch ging es beim Kongress neben der Energiewende um die Herausforderungen Innovationen, Wachstum und Recruiting. Ein Highlight: BVB-Chef Hans-Joachim Watzke erzählte von der Herausforderung der Fast-Insolvenz 2005 und dem Angriff auf Marktführer FC Bayern München.

 

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BVB 09-Boss Watzke (l.) und Kongressteilnehmer in einer Netzwerkpause - (c) Verlagsgruppe Handelsblatt

„In der Kasse waren nur noch 58.000 Euro – und zwei Tage später drohte die Insolvenz mit Abstieg in die Amateur-Kreisklasse“. Was Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke von der Fast-Insolvenz seines „Unternehmens“, dem Fußballbundesligisten Borussia Dortmund, schilderte, machte die Dramatik der Mission „Klassenerhalt“ deutlich, der er sich mit seinem BVB 09 im Jahre 2005 gegenüber sah.

 
Die gut 300 mittelständischen Unternehmer auf dem Weltmarktführerkongress – ob BVB-Fan oder nicht – hatte Watzke in seinen Bann geschlagen. Unternehmerisches Risiko, Abwendung der Insolvenz, Verhandlung mit Gläubigern – der Vortrag des BVB-Bosses enthielt - neben einer Prise Ironie und launigen Bemerkungen – das komplette Repertoire des zupackenden Unternehmertums, mit denen sich die anwesenden Familienunternehmer und Mittelständler identifizieren konnten.

 

Nicht verwunderlich, dass Watzkes Ausführungen beim diesjährigen Gipfeltreffen der Weltmarktführer einer der meist diskutierten Vorträge unter den Teilnehmern und auch im begleitenden Social Media Stream waren. Watzke versprach weiter hart an einem erneuten Machtwechsel in der Bundesliga gegen den „Weltmarktführer“ FC Bayern München zu arbeiten, jedoch: „Wir werden keinen Crashkurs fahren oder uns verkaufen, um den Branchenführer abzulösen.“


Kongressprogramm mit Politik- und Unternehmensprominenz

 

Über den Fußball-Unternehmer Watzke hinaus hatte der Kongress in seiner vierten Auflage wiederum ein umfangreiches Programm und prominente Keynote-Speaker zu bieten. US-Botschafter Emerson, Airbus-Chef Thonmas Enders und DIHK-Präsident Erik Schweitzer folgten in dichtem Abstand auf dem Podium. Am zweiten Tag folgten u.a. Arndt Kirchhoff, Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble per Videointerview und EU-Energiekommissar Günther Oettinger.

 

 

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EU-Kommissar Günter Oettinger (l.) und Moderator Roland Tichy, Wirtschaftswoche (r.) - (c) Verlagsgruppe Handelsblatt

  

Oettinger: „Wem es zu gut geht, hat oft Flausen im Kopf“

 

Vor allem letzterer gab sich in seiner Heimatregion angriffslustig und rhetorisch überraschend schlagfertig, als er die Regierungspläne und die Energiepolitik der neuen Bundesregierung kritisierte: „Deutschland ist derzeit auf dem Höhepunkt seiner Leistungskraft – da brauche es eine größere Agenda“ als den Koalitionsvertrag, bemängelte der CDU-Politiker. Doch „wem es zu gut geht, hat oft Flausen im Kopf und fällt zurück“, so Oettinger mit Blick auf die Rentenpläne von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles. „Wir müssen über eine Rente mit 70 reden, statt mit 63“, forderte der EU-Kommissar.

 

Familienunternehmer im Fokus

 

Die Fachexperten des Bereichs Familienunternehmen und Mittelstand bei KPMG begleiteten die Veranstaltung erneut als Partner und Förderer - bereits im vierten Jahr.  Im Vorfeld hatte bereits Regionalvorstand Ulrich Ackermann die Rolle der vielen mittelständischen Weltmarktführer in der Region Südwest hervorgehoben, aber zugleich gewarnt: „Viele der Weltmarktführer bei uns sind nicht nur lokal, sondern oftmals weltweit der Konkurrenz einen Schritt voraus“, so Ackermann, „Diese `Pole Position` darf aber kein bequemes Ruhekissen sein: Der globale Wettbewerb – unter anderem mit neuen Unternehmen aus Asien und insbesondere China – wird härter.

 

KPMG-Bereichsvorstand Dr. Christoph Kneip forderte derweil im KPMG-Blog „Klardenker“ mehr Unterstützung von der Politik für die erfolgreichen international aktiven Unternehmen aus dem Mittelstand: „Ohne den Mittelstand in Deutschland würde die Wirtschaft im Land nicht derart wachsen“, so Kneip. Es sei aber an den politischen Entscheidern, „dafür zu sorgen, dass mehr Sicherheit und geeignete Rahmenbedingungen ihnen die Ängste nehmen“. Politische Unsicherheit und steigende Steuern seien „Gift für die prosperierende Wirtschaft“.
 
Unter www.twitter.com/kpmg_de  konnten sich darüber hinaus die mehr als 2.000 „Follower“ von KPMG in Deutschland aktuell über den Weltmarkführerkongress informieren.