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  • Geschäftsbereich: Advisory
  • Branche: Handel und Konsumgüter, Technologie
  • Typ: Aktuelles
  • Datum: 21.01.2014

Super Mario bald auf dem Smartphone? 

Nintendo-Chef Satoru Iwata schließt laut Bloomberg nicht mehr aus, die Spiele wie Super Mario zukünftig auch auf mobilen Geräten anzubieten. Obwohl er sich sehr vorsichtig äußert, ist das für ihn schon ein großer Schritt. Der wäre aber auch nötig: Der Druck, die Geschäftspolitik zu ändern, steigt, schreibt das Handelsblatt. Bislang können Nintendo-Spiele nur auf eigenen Geräten benutzt werden. Immer mehr Anwender spielen aber auf Tablet-PCs oder Smartphones.

Marc Ennemann, Partner Advisory, Consulting, im Interview:

Wäre eine Öffnung der Spiele für Smartphones und Tablets aus Ihrer Sicht der richtige Schritt?

          
Ja, aber in klaren Grenzen um die Marke zu schützen. Nintendo muss aber neue Geschäftsmodelle entwickeln, sie sind bei der Performance Sonys Playstation und Microsofts Xbox seit Jahren unterlegen. Der Casual Gamer wandert zunehmend vom Fernseher hin zum Smartphone oder Tablet. Spiele wie Super Mario fesseln nicht so lange wie perfekt inszenierte PS3- oder XBOX-Titel wie Call of Duty. Entsprechend passt Mario sehr gut auf das Smartphone oder Tablet, dort beherrschen kurzweilige Arcade-Spiele zunehmend den Markt.

          
Zudem wird auf dem Konsolenmarkt das Geld nicht mit der Hardware, sondern mit der Software verdient. Selbstverständlich können im Smartphone/Tablet-Markt nicht die Konsolen-Spiele-Preise verlangt werden. Dafür bieten sich In-App-Kaufoptionen an, die sukzessive und konstante Erträge gewährleisten.

           
Können Unternehmen, die scheinbar eine Entwicklung verschlafen haben, im Nachhinein auf den Zug aufspringen?
        

Das gilt nicht pauschal, siehe Nokia: Zu spät auf die Smartphone-Revolution reagiert und nun defizitär. Was die Computer-Spiele-Branche angeht ist das jedoch für eine starke Marke wie Nintendo möglich. Qualitativ gelten Smartphone- und Tablet-Spiele noch immer als schwächer gegenüber den Konsolen-Titeln. Diesen Image-Vorteil kann Nintendo nutzen und die bekannte Qualität in die Smartphone-Spiele tragen um sich dort als High-Quality Spiele-Entwickler zu positionieren.

         
Wie schätzen Sie die Zukunft auf dem umkämpften Gamer- bzw. Konsolenmarkt ein?

          
Es wird eine Verschiebung hin zu den mobilen Endgeräten geben. Trotzdem wird ein „Wohnzimmer-Spiele-Erlebnis“ bestehen bleiben. Hier spielt die Performance aber eine übergeordnete Rolle. Spiele werden zunehmend vernetzt. Man stelle sich vor: Mobil kleinere weniger aufwändige Spiele spielen, die durch ihre Erfolge / Misserfolge Einfluss auf die aufwändigen Konsolen-Spiele haben. Gamer messen sich spieleübergreifend miteinander und tauschen sich parallel zum Spiel aus. Es wird also eine komplette Multimedia-Welt um ein Spiel herum geschaffen. Das bindet Spieler an die Marke und den Entwickler.

           
      

Interview: Merle Jorczik, Redaktion

 

Marc Ennemann

Marc Ennemann

Partner

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