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  • Typ: Aktuelles
  • Datum: 30.01.2014

"Wir haben ganz klassisch eine Solaranlage auf dem Dach" - Michael Salcher im Energie-Museum Berlin 

Von Kerstin Heuer

 

Ein Rundgang mit Michael Salcher, Head of Energy & Natural Resources, durch das Energie-Museum Berlin entpuppt sich als Zeitreise durch die Jahrhunderte der Energieerzeugung und -versorgung mit bemerkenswerten Einblicken in die Anfänge der Elektrifizierung. Heute stehen wir mit dem gesellschaftlichen Großprojekt namens Energiewende vor neuen Herausforderungen und bislang unbeantworteten Fragen.

Es riecht nach einer Mischung aus abgestandenem Öl und ungelüftetem Keller. Zielstrebig steuert Michael Salcher im ehemaligen Batteriewerk in Berlin durch die riesigen Fabriketagen. Drei Stockwerke hoch, vier wieder runter und dann in den Keller – der Leiter Energie bei KPMG gerät dabei nicht außer Atem. Michael Salcher läuft im Energiemuseum zu Hochtouren auf.

Kohlezuteiler? Transformatoren? Kabelkanäle? Salcher kann zu vielen Ausstellungsstücken aus 200 Jahren Elektrotechnik und Energieversorgung kundig erzählen. Er schlägt locker die Brücke vom Kohleeimer zum 4 x 35 mm² Aluminiumkabel und erklärt daran die Energiewende: „Da läuft nicht alles rund“, sagt Salcher.

 

Der Anstieg des Strompreises im Zusammenhang mit der Förderung der Erneuerbaren Energien ist hier ein Stichwort für ihn. Salcher und seine Kollegen beobachten die Entwicklungen genau. Tag für Tag. „Wir können in Deutschland mitreden“, meint der KPMG-Energiechef durchaus selbstbewusst. Und wer den gebürtigen Bayern erlebt, wie leidenschaftlich er über E-Tankstellen und Offshore-Windparks reden kann, hat keinen Zweifel daran. Das Engagement zieht sich durch bis ins Private. Sein Haus – mit Energiekonzept gebaut: „Wir haben ganz klassisch eine Solaranlage auf dem Dach.“ Kosten und Nutzen wurden von Salcher sorgsam abgewogen: „Ich bin gelernter Banker“, erklärt er schmunzelnd. Als Wirtschaftsprüfer bei KPMG prüft und berät er seit 2002 Energieunternehmen: „Und das macht großen Spaß.“

 

Seine persönliche Energiequelle, das ist die Familie – Ehefrau und zwei Jungs. Die drei wissen schon, dass sie demnächst noch etwas häufiger ohne ihn auskommen müssen. Denn Salcher hat jetzt eine neue zusätzliche Aufgabe: Gemeinsam mit seinem Kollegen Manfred Hannich leitet er KPMG‘s Global Energy Institute EMEA, das im Februar in Berlin starten wird. „Wir bauen ein Zentrum zum Wissenaustausch rund um alle Themen im Bereich Energie auf“, erklärt Michael Salcher. „Spannend“ findet er diese Aufgabe. Mitgestalten, vordenken – das reizt ihn, den Bayern in Berlin. Tausende von Kilometern reist er dafür. Quer durch die Welt. Im Moment sind die Metropolen der Welt sein Zuhause. Umso mehr freut sich Michael Salcher, wenn er in seiner Heimat ist. Privat wohnt er in einem kleinen Ort in Bayern, nur 500 Meter von dort entfernt, wo er aufgewachsen ist. Dort tankt er Energie und denkt nach: Wo steht Deutschland in 20 Jahren? Welche Techniken werden sich wie weiterentwickeln? Der Energie-Experte weiß: „Die richtigen Fragen sind die ersten Schritte in Richtung Lösung.“  

 

 

Michael Salcher

Michael Salcher

Partner, Head of Energy & Natural Resources, Head of Power & Utilities, EMA and Chair, Global Energy Institute, EMA

+49 89 9282-1239

Werte. Wandel. Wirtschaft.