Deutschland

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  • Geschäftsbereich: Audit
  • Branche: Energie und Rohstoffe
  • Typ: Aktuelles
  • Datum: 05.03.2014

„Energieeffizienz endet nicht an der Unternehmensgrenze“ 

Die Industrie verbraucht den Großteil der Energie in Deutschland – sie allein nutzt mehr als 70 Prozent des Stroms. Simone Fischer, Head of Sustainability Services, erläutert, wie und wo Unternehmen Energie sparen können und warum einige Energiesparpotenziale noch nicht ausgeschöpft werden. Dabei wird eines deutlich: Das gilt nicht nur für den „Internationalen Tag des Energiesparens“ am 5. März, sondern für das ganze Jahr.

 

Einsatz von Energiemanagementsystemen 

 

KPMG-Partnerin Simone Fischer sieht noch erhebliches Einsparpotenzial. Für sie gilt es zu unterscheiden: Es gibt energieintensive Branchen wie die chemische oder die Stahlindustrie und weniger energieintensive Branchen wie Finanzdienstleister. Allen ist aber eines gemeinsam: Die Unternehmen nutzen Energien und sind in der Lage, durch Veränderungen in den Abläufen und bei den Technologien ihren Verbrauch deutlich zu reduzieren. Hier gibt es eine Vielzahl von Anwendungsgebieten: im Gebäudemanagement, in der Produktionssteuerung, in den Logistikabläufen oder Schulungen von Mitarbeitern.

 

Grundsätzlich kann durch die Implementierung integrierter Energiemanagementsysteme (ISO 50001) der Einsparprozess nachhaltig verbessert werden. "Dafür ist die Zusammenarbeit von Beschaffung, Anlagentechnik/Produktion und Logistik erforderlich. Energiesparen im Unternehmen heißt Standardisierung und flächendeckender Einsatz", sagt Simone Fischer.

 

Leuchtturm-Projekte seien sicherlich werbewirksam. Aber nur durch eine flächendeckende Umstellung der Wertschöpfungsprozesse könne ein messbarer Erfolg erzielt werden, beispielsweise durch energieeffiziente Anlagen und Apparate, Beleuchtungskörper oder Antriebsmotore.

 

 

Investitionen in intelligente Logistikkonzepte und Schulungen
 
Energieeffizienz kann durch Umrüstungen, Neuanschaffungen und Change Management erreicht werden. Dies ist teilweise mit sehr hohen Investitionen verbunden. Beispiele hierfür sind Investitionen in den Fuhrpark und in die Logistik-Software bei Speditionen oder in eine integrierte energieeffiziente Gebäudetechnik und Wärmedämmung in der Immobilienwirtschaft.

 

Energieeffizienz endet nicht an der Unternehmensgrenze. Die gesamten Wertschöpfungsketten müssen untersucht werden. Sowohl die Lieferanten von Vorprodukten als auch der Transport zum Verbraucher sind relevant für Energieeffizienzüberlegungen eines Unternehmens. "Das sind aufwendige Analyse-Prozesse, die von der Kooperation aller Beteiligten abhängen und die nicht kurzfristig wirken", sagt Simone Fischer. Hier entscheidet eine mittel- und langfristige Perspektive, unter anderem auch das Vertrauen in eine Verhaltensänderung von Marktteilnehmern. Hohe Energieeinsparpotenziale bieten intelligente Logistikkonzepte, aber auch Mitarbeiterschulungen im Umgang mit Energien in Verkaufsräumen oder Lagerhallen.

 

Am Ende aller Bemühungen steht immer die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung: Haben die Energieeffizienzmaßnahmen tatsächlich gegriffen? Wurde ein energieeffizienteres Produkt geschaffen, das die Anforderung des Verbrauchers besser erfüllt als das der Konkurrenz?

 

 

Zukunftsfähig durch ISO 50001
 
Eine Reihe von Megatrends beeinflussen die Veränderungen der Zukunft bereits heute in besonderer Weise. Im Mittelpunkt stehen dabei die Urbanisierung und Ressourcenverknappung. Hieraus resultieren Entwicklungen wie Elektromobilität oder Gebäudeenergieeffizienz sowie die Nutzung von Alternativenergien wie Photovoltaik, Windkraft oder Solarthermie. Für alle Unternehmen gilt: Die Etablierung eines Energiemanagementsystems nach ISO 50001 wird künftig eine Voraussetzung sein, um Kosten zu sparen.

 

 

 

 

Simone Fischer

Simone Fischer

Partner, Head of Sustainability Services Deutschland

+49 211 475-7631