Deutschland

Details

  • Branche: Technologie
  • Typ: Aktuelles
  • Datum: 17.04.2014

Cloud-Monitor 2014: Cloud-Nutzung wächst, NSA-Debatte bremst 

Der Cloud-Monitor 2014 analysiert dieses Jahr schwerpunktmäßig das Thema Privat Cloud und legt zusätzlich einen Fokus auf die NSA-Affäre und ihre Auswirkungen auf Cloud-Computing in Deutschland. Die repräsentative Studie, die von Bitkom Research im Auftrag von KPMG erstellt wurde, steht nun zum Download zur Verfügung.

 

Bruno Wallraf, Head of Technology & Business Services bei KPMG, und Dr. Axel Pols, Geschäftsführer der Bitkom Research GmbH, geben im Interview eine Einschätzung zu den wichtigsten Ergebnissen des Cloud-Monitors 2014 und werfen einen Blick auf die Zukunft des Cloud-Computing in deutschen Unternehmen. 

Befürworter und Skeptiker halten sich die Waage, Tendenz positiv


Der Cloud-Monitor 2014 hat ergeben, dass das Interesse an Cloud-Computing gestiegen ist, 40 Prozent der Unternehmen setzen Cloud-Dienste ein. Für 31 Prozent ist Cloud-Computing hingegen kein Thema. Was sind die Gründe für diese Polarisierung?

 

Dr. Axel Pols: Viele Unternehmen sind nach wie vor skeptisch was die Cloud betrifft. Im Mittelpunkt stehen meist Sicherheitsbedenken. Die NSA-Affäre hat da nicht gerade geholfen. Andererseits steigt die Zahl der Cloud-Nutzer, das heißt, eine wachsende Zahl von Unternehmen ist von den Vorteilen der Cloud überzeugt. Auch wenn nicht immer alle Ziele erreicht werden, so ist die überwiegende Mehrheit der Cloud-Nutzer zufrieden. Wenn man nur auf die Erfahrungswerte schaut, müssten Cloud-Lösungen reißenden Absatz finden.

 

Bruno Wallraf: Nutzer und Nicht-Nutzer der Cloud sind zunehmend aufgeklärter und deshalb schrumpft die Gruppe der Unentschiedenen. Anbieter von Cloud-Lösungen sollten die positiven Erfahrungen und die Vorteile, die im Nutzen von Cloud-Anwendungen liegen, stärker hervorheben. Kunden sollten ihre Sicherheitsbedenken noch stärker artikulieren und Anbieter die vorhandenen Lösungen noch deutlicher machen.


Grafik Cloud-Monitor


 

Fokus liegt nach wie vor auf der Private Cloud


Für Privatanwender sind Dienste aus einer Public Cloud wie E-Mail, Datenspeicher oder Online-Spiele alltäglich. Die Studie zeigt, dass Unternehmen ihren Schwerpunkt nach wie vor auf die Private Cloud legen. Was ist die Erklärung für diese Nutzungsunterschiede?

 

Bruno Wallraf: Unternehmen sind deutlich sensibler in Punkto Sicherheit und der Kostenaspekt steht eindeutig weniger im Fokus als bei privaten Nutzern. Ich denke, dass sich die Privatanwender an den Unternehmen orientieren und deutlich bewusster in Punkto Datensicherheit werden sollten. Bei KPMG setzen wir auf die Private Cloud. An diesem Trend führt kein Weg vorbei und KPMG wird den Weg konsequent weiter beschreiten.

 

Dr. Axel Pols: Dass die Unternehmen größere Sicherheitsbedenken haben, hängt damit zusammen, dass bei ihnen massive Geschäftseinbußen drohen, falls sensible Daten abgegriffen werden sollten. Privatanwender sind sich oft nicht einmal bewusst, dass sie einen Dienst aus der Public Cloud nutzen. Viele haben sich über Jahre an die komfortable Nutzung dieser Dienste gewöhnt und keinerlei negative Erfahrungen gemacht.


Grafik Cloud-Monitor

 

 

NSA-Affäre erhöht Sensibilität für Datenschutz- und IT-Sicherheitsaspekte


Die NSA-Affäre hat dazu geführt, dass in vielen Unternehmen die Einstellung gegenüber Cloud-Computing negativer geworden ist. Zudem zeigen sich deutliche Vertrauensverluste in die Cloud-Anbieter. Wie schätzen Sie vor diesem Hintergrund die weitere Entwicklung von Cloud-Computing in deutschen Unternehmen ein?

 

Dr. Axel Pols: Die NSA-Affäre bremst ohne Zweifel die Entwicklung, aber die Cloud-Nutzung wird weiter zunehmen, das steht für mich außer Frage. Die mit dem Cloud-Modell verbundenen Vorteile und die ausgezeichneten Erfahrungswerte sprechen eine sehr klare Sprache. Hinzu kommt, dass die Integration mit anderen Markttrends wie etwa Big Data das Potential der Cloud noch einmal massiv steigert. Die Kosten der Nicht-Nutzung steigen also. Gleichzeitig besteht in der Tat auf Seiten der Anbieter die Notwendigkeit, Vertrauen zu stärken bzw. wiederherzustellen. Dies kann durch ein hohes Maß an Transparenz in der Leistungserbringung und nachweislich hohe Sicherheitsstandards gelingen.
Bruno Wallraf:
Ich würde sagen, die Unternehmen sind sich der Risiken bewusster geworden und wägen ab, bevor sie die nächsten Schritte in Richtung Cloud-Computing gehen. Hier sind eindeutig die Anbieter aufgerufen, Modelle zu entwickeln, die den Unternehmen die Sicherheit geben, die sie sich wünschen.


Grafik Cloud-Monitor

 

 

Der Cloud-Monitor 2014 wurde von Bitkom Research im Auftrag von KPMG erstellt. Ziel der Studie ist es den jeweiligen Stand und die Entwicklung der Nutzung von Cloud-Computing in deutschen Unternehmen an den Erhebungszeitpunkten und im Zeitverlauf abzubilden. Die repräsentative Studie untersucht, wie die verschiedenen Möglichkeiten im Bereich Cloud-Computing von der deutschen Wirtschaft genutzt werden. Analysiert werden Nutzungsverhalten, Erfahrungswerte sowie die Vorteile und Herausforderungen rund um das Thema Cloud-Computing. Der Cloud-Monitor 2014 ist die dritte Studie dieser Reihe. Eine zusätzlicher Fokus liegt in diesem Jahr auf der NSA-Affäre und ihrer Auswirkungen auf Cloud-Computing.

 

 

 

 

 

Bruno Wallraf

Bruno Wallraf

Partner, Head of Technology & Business Services

+49 211 475-7246

Branche

Connected World