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  • Branche: Energie und Rohstoffe
  • Typ: Aktuelles
  • Datum: 04.07.2013

„Bei der Energiewende läuft nicht alles rund" 

Bild Energie und Rohstoffe
Interview mit Michael Salcher, Head of Energy & Natural Resources

Herr Salcher, die ersten hundert Tage als Sektorleiter sind vergangen. Wie ist Ihr Eindruck?

 

In einer Branche, die fast tagtäglich in den Medien Erwähnung findet, kommt sicherlich keine Langeweile auf. Die Breite und Vielschichtigkeit der Themen kommen der Aufstellung der KPMG sehr entgegen, da wir unseren Mandanten hier natürlich sehr glaubwürdig für alle möglichen Fragestellungen eine umfassende Beratung anbieten können.

 

Mir ist der Einstieg hier recht leicht gefallen, weil unser internes Branchennetzwerk aus einem über etliche Jahre stabil gebliebenen Team besteht, sachgerechte Strukturen vorhanden sind und Abläufe geräuschlos funktionieren.

 

Mit dieser Mannschaft bin ich auch zuversichtlich, die im November anstehende Global Power & Utilities Conference der KPMG, bei der rund 300 Entscheidungsträger der Branche über aktuelle Fragestellungen diskutieren, erfolgreich zu gestalten. Sie findet dieses Jahr zum dritten Mal, und das erste Mal in Berlin statt, und da wollen wir natürlich einen angemessenen Beitrag leisten.

 

Gleichzeitig sind die Ärmel hochzukrempeln, die Branche und unsere Mandanten sind in Bewegung. Derzeit arbeiten wir daran, die KPMG als Ansprechpartner für energiewirtschaftliche Fragestellungen noch besser in Position zu bringen. Hierzu gehört neben dem aktuellen Fachwissen auch eine effektive Öffentlichkeitsarbeit!

 

Was beschäftigt die Branche aktuell?

 

Bei der Energiewende läuft nicht alles rund. Der Anstieg des Strompreises im Zusammenhang mit der Förderung der Erneuerbaren Energien und die deswegen von Minister Altmaier vorgestellte Strompreisbremse ist eines der Stichworte.

 

Weiter geht’s mit den Ausnahmeregelungen bezüglich der Zahlung von Umlagen oder Netzentgelten für bestimmte Industrien oder auch dem Entfall von Netznutzungsentgelten und EEG-Vergütungen im selbstversorgten Haushalt.

 

Die Umstellung des Marktdesigns, weg von einem sog. Energy-Only-Markt, bei dem nur die erzeugte Kilowattstunde vergütet wird, hin zu einem Kapazitätsmarkt, bei dem die Verfügbarmachung von Kraftwerksleistung im Vordergrund steht, ist eine weitere und sehr bedeutende Baustelle.

 

All diese Fragen haben einen wesentlichen Einfluss auf die künftigen Geschäftsmodelle der Energieversorger und die Suche nach neuen aussichtsreichen Geschäftsfeldern ist nicht nur eine Frage der großen Energieversorger (E.ON, RWE, Vattenfall Europe, EnBW), sondern auch der Stadtwerke.

 

Die Entwicklungen in dieser zu weiten Teilen regulierten Branche kommen aber leider derzeit schon deswegen nicht voran, weil vor der Bundestagswahl im Herbst keine gesetzgeberischen Aktivitäten mehr zu erwarten sind.

Dennoch, wir müssen unsererseits dafür sorgen, dass wir bei unseren Mandanten ein Wort mitreden können. Eine Hauptaufgabe der Sektorarbeit derzeit ist es daher, Know How im Sektor zu entwickeln.

 

Wie halten Sie es persönlich mit der Energiewende?

 

Ich bin privat gerade umgezogen und habe mich aus der Sicht eines Verbrauchers intensiv mit den Fragen der Strom-, Gas- und Wärmeversorgung auseinandergesetzt.  Das Kosten- und Umweltbewusstsein ist bezüglich dieser Fragestellungen schon erheblich gewachsen.

 

Michael Salcher

Michael Salcher

Partner, Head of Energy & Natural Resources, Head of Power & Utilities, EMA and Chair, Global Energy Institute, EMA

+49 89 9282-1239