Schweiz

Unternehmenssteuerreform III 

Seit 2007 spürt die Schweiz zunehmenden internationalen Druck auf die privilegierte Besteuerung von Holdings, gemischten Gesellschaften und Sitzgesellschaften, insbesondere von Seiten der Europäischen Union. Als Reaktion darauf arbeiten Bund und Kantone derzeit an einer Neugestaltung der schweizerischen Steuergesetzgebung. Nachdem im Dezember 2013 der Schlussbericht über die „Massnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des schweizerischen Steuersystems“ vorgestellt wurde, hat der Bundesrat am 22. September 2014 die Vernehmlassung zur Unternehmenssteuerreform III gestartet. Die Botschaft zum „Bundesgesetz über steuerliche Massnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmensstandortes Schweiz" wurde am 5. Juni 2015 dem Parlament unterbreitet.
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Bestrebungen zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmensstandorts Schweiz

Das Ziel der Unternehmenssteuerreform III ist die Weiterentwicklung der steuerlichen Attraktivität des Unternehmensstandortes Schweiz, die Förderung der internationalen Akzeptanz gegenüber zentraler Merkmale der schweizerischen Unternehmenssteuerordnung und die Sicherstellung ausreichender steuerlicher Einnahmen zur Finanzierung staatlicher Tätigkeiten.

 

Schwerpunkt wird dabei gelegt auf die Sicherstellung von Rechts- und Investitionssicherheit und die generelle Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer Steuersystems, während spezielle Steuerregimes abgeschafft werden sollen.

 

Die Botschaft basiert auf folgenden Elementen:

 

  • Einführung einer Patentbox auf kantonaler Ebene
    Die vorgeschlagene Patentbox unterstützt Investitionen in der Schweiz, mit der Bereitstellung eines Anreizes zur Beibehaltung existierender Patente (sowie vergleichbare Rechte), zur Entwicklung innovativer und patentierter Produkte, und zur Ansiedlung von entwicklungsbezogenen, wertschöpfungsintensiven Arbeitsstellen in der Schweiz.
  • Fakultative Einführung von Inputförderungsmassnahmen
    Die Kantone erhalten die Möglichkeit, zusätzlich auch erhöhte Abzüge für Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen vorzusehen.
  • Regelungen zur Aufdeckung von stillen Reserven
    Dies erlaubt Planungssicherheit für den Steuerzahler und die Behörden, mit einer konsistenten Behandlung von Zu- und Wegzügen vom resp. ins Ausland und beispielsweise auch bei Anwendung einer Lizenzbox.
  • Generelle Senkung von kantonalen Gewinnsteuersätzen
    Es ist den Kantonen überlassen, innerhalb der Grenzen ihres Budgets die Steuersätze auf Kantons- und Gemeindeebene zu senken. Gewisse Kantone haben schon neue Zielgrössen für ihre Steuersätze kommuniziert, der Kanton Waadt beispielsweise plant die Senkung auf 13.79%.
  • Weitere Massnahmen
    Die Botschaft beinhaltet weitere Massnahmen, wie die Abschaffung der Emissionsabgabe auf Eigenkapital und Anpassungen im Teilbesteuerungsverfahren. Sodann können die Kantone Erleichterungen bei der Kapitalsteuer für Beteiligungen und Patente sowie vergleichbare Rechte einführen.

 

 Anteil privilegiert besteuerter Gesellschaften pro Kanton

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Bleiben Sie auf dem neuesten Stand der aktuellen Entwicklungen rund um die USR III

Die Botschaft vom 5. Juni 2015 wird in der Herbstsession 2015 in den parlamentarischen Kammern und Kommissionen beraten. Falls kein Referendum ergriffen wird, kann angenommen werden, dass die neuen Gesetze auf Januar 2017 in Kraft treten werden bzw. auf Januar 2019 von den Kantonen umgesetzt werden müssen.

 

KPMG Schweiz verfolgt die Reformbemühungen der Entscheidungsträger sowohl aus politischer als auch aus wirtschaftlicher Perspektive ganz genau. Unsere Experten sind entsprechend in der Lage, Ihnen regelmässig zeitnahe und umfassende Einblicke in die aktuellen Diskussionen zu geben.

 

Falls Sie die Steuerplanung Ihres Unternehmens im Lichte der Unternehmenssteuerreform III diskutieren oder prüfen möchten, freuen wir uns sehr über Ihre Kontaktaufnahme.

Peter Uebelhart

Peter Uebelhart

Head of Tax

+41 58 249 42 24

Stefan Kuhn

Stefan Kuhn

Partner, Head of Corporate Tax

+41 58 249 54 14

Aufzeichnung Webcast 2015

Erkenntnisse zu den wichtigsten Punkten und Implikationen der Vernehmlassungsvorlage des EFD.

 

International Corporate Tax

Bei der Unternehmensbesteuerung braucht es eine tragfähige Strategie. Ein globaler Ansatz bietet Antworten auf viele Fragen.