Solvency II setzt neue, strengere Anforderungen an die Kapitalunterlegung und an das prozessuale und funktionale Risikomanagement für Versicherungsunternehmen mit dem Ziel, Versicherungsnehmer besser zu schützen. Die strengeren Vorschriften sollen dabei die Wahrscheinlichkeit einer Insolvenz von Versicherungsunternehmen reduzieren. Solvency II wird von allen Staaten der Europäischen Union plus drei Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums in nationales Recht umgesetzt werden.
Das Ziel von Solvency II ist es, eine Harmonisierung über Europa hinweg in folgenden Schlüsselbereichen zu erzielen:
- Marktkonsistente Bilanzierung
- Risikobasierte Eigenmittel
- Unternehmenseigene Risiko- und Kapitalsteuerung (ORSA)
- Verantwortlichkeit der Unternehmensleitung (Stärkung der Unternehmensgovernance)
- Aufsichtsrechtliche Überprüfung (Einbettung des Risikomanagements in die Geschäftstätigkeiten)
Bis zum Jahresbeginn 2013 werden die neuen Vorschriften in nationales Recht umgesetzt. Damit tritt Solvency II formal in Kraft. Allerdings gewährt die EU-Kommission den Versicherern zur Erfüllung der neuen Anforderungen eine einjährige Übergangsfrist bis zum 1. Januar 2014.
Da Solvency II ein komplett neues Aufsichtssystem darstellt, welches auf marktkonsistenten Bewertungsmethoden und Risikomanagementtechniken basiert, sehen sich die Versicherungsunternehmen bedeutenden Herausforderungen gegenübergestellt:
- fehlende Ressourcen mit den richtigen Kenntnissen im Unternehmen
- Sorgen über die Behandlung von unvollständigen regulatorischen Parametern
- Organisations und Prozesslandschaften müssen transparent und effizient gestaltet sein
- Komplexe Anforderungen an Daten und Implikationen auf IT-Systeme
- Steigende Anforderungen an die Berichterstattungen müssen transparent und effizient gestaltet werden
KPMG verfügt über ein breites Netzwerk an interdisziplinären Spezialisten, die Sie bei der zielführenden Vorbereitung auf Solvency II begleiten. Ein erfolgreicher Prozess sollte auf folgenden Ansätzen basieren:
- Ein strukturiertes Vorgehen ist notwendig, um Fehler bei der Umsetzung zu vermeiden
- Schaffung eines Bewusstseins gegenüber Unternehmenszielen und deren Konsequenzen auf Solvency II
- Verständnis für strukturelle Auswirkungen − insbesondere ORSA erfordert Änderungen mit weitreichenden Implikationen auf die Belegschaft
- Modellierung der tatsächlichen Eigenmittel − andernfalls können Kapitalgewinne missverstanden werden und stehen nicht für eine Ausschüttung zur Verfügung
- Starkes und robustes Prozessmanagement