Schweiz

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  • Typ: Press release
  • Datum: 17.09.2013

Sicherheitsaspekt bei Anlageimmobilien zunehmend im Vordergrund 

Der von KPMG Schweiz erhobene «Swiss Real Estate Sentiment Index» signalisiert für die kommenden zwölf Monate eine generelle Abflachung der Preisentwicklung bei Anlageimmobilien. Wohnimmobilien und Liegenschaften an zentralen Lagen widerstehen diesem Trend.
Der Blick auf die vergangenen zwölf Monate bestätigt die 2012 geäusserte Vorhersage einer verlangsamten Preisentwicklung bei Anlageimmobilien. Und der Trend setzt sich fort: Der aktuelle «Swiss Real Estate Sentiment Index» notiert insgesamt bei -1.9 Indexpunkten (Pt.) und geht damit für die nächsten zwölf Monate von einer weiteren, leichten Abschwächung der Preisentwicklung bei Anlageimmobilien aus. Dies bedeutet einen moderaten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr, in welchem sich der Index mit +20.6 Pt. noch im positiven Bereich befand. Dem Index zugrunde liegen die Einschätzungen von über 220 institutionellen und professionellen Investoren, Entwicklern und Bewertern von Schweizer Anlageimmobilien. Besonders skeptisch zeigen sich derzeit professionelle Investoren (-37.8 Pt.). Aber auch Vorsorgeeinrichtungen (+13.2 Pt.) und Entwickler (-3.8 Pt.), die 2012 noch durch verhaltenen Optimismus auffielen, gehen nun von einem abflachenden respektive gar rückläufigen Preisverlauf aus. Die wirtschaftliche Entwicklung wird von den Marktteilnehmern im Gegensatz zum Vorjahr etwas positiver eingeschätzt (von -38.0 Pt. auf -12.0 Pt.).

KPMG Swiss Real Estate Sentiment Index 2013

Swiss Real Estate Sentiment Index 2013

Gesteigerte Risikoaversion

Ein wesentlicher Grund für die prognostizierte Abflachung der Preisentwicklung liegt in der erhöhten Risikoaversion der Marktteilnehmer. Dies belegen beispielsweise die hohen Preiserwartungs-Indizes für die vermeintlich sicher geltenden Wohnimmobilien (+57.0 Pt.) und für Objekte an zentralen Lagen (+67.5 Pt.). Die befragten Experten würden zudem rund 64% des verfügbaren Kapitals in Wohnliegenschaften investieren. Ebenfalls ins Bild passt, dass mit 53% nun mehr als die Hälfte aller Umfrageteilnehmer für die kommenden zwölf Monate eine Erhöhung des Marktrisikos erwartet (2012: 39%). Insbesondere Zinsrisiken, die europäische Schuldenkrise sowie schärfere Regulatorien werden als mögliche Gefahrenherde identifiziert. Eigentliche Immobilienrisiken werden hingegen als weniger bedrohlich eingestuft. Aufgeschlüsselt nach Teilnehmergruppen ist zu beobachten, dass vor allem die Bewerter mit höheren Risiken rechnen.

Renditen weiter unter Druck

Die Übergewichtung des Wohnsegments geht auf Kosten kommerzieller Liegenschaften, was sich in der erwarteten Preisentwicklung für ebendiese niederschlägt. Büroimmobilien sind besonders betroffen (-89.4 Pt.), aber auch die Teilindizes für Verkaufs- (-60.4 Pt.) und Gewerbeflächen
(-69.9 Pt.) sowie für Spezialimmobilien (-21.4 Pt.) liegen im negativen Bereich. Im Vergleich zum Vorjahr und gegenüber Zentrumslagen akzentuieren sich die negativen Preiserwartungen ebenfalls für periphere Lagen (-77.6 Pt., 2012:  -54.2 Pt.). Damit öffnet sich die Schere zwischen diesen beiden Lageklassen weiter.

Eine Konsequenz der von den Experten prognostizierten Entwicklungen dürfte sein, dass die Renditen hierzulande für zentrale Lagen und Wohnliegenschaften weiter unter Druck geraten. Entspannung lässt sich dagegen für kommerzielle Liegenschaften sowie Objekte mit geringerer Lagequalität erwarten. Diese Tendenzen sind dem Schweizer Markt eigen: Der Blick auf Europa zeigt eine Verlagerung der Anlagepräferenzen in Richtung sekundärer Märkte und Liegenschaften mit Entwicklungspotenzial.

Zentralschweiz und Zürich am beliebtesten

Wie bereits 2012 sind für die Befragten Zürich (22.9%) und die Zentralschweiz (21.7%) bevorzugte Investitionsstandorte. Sie weisen entsprechende Preiserwartungs-Indizes von +41.0 Pt. beziehungsweise +40.3 Pt. auf. Für Basel, Genf und Lausanne zeigen die Indexstände in Richtung Preisstabilität, während die Regionen Bern, Lugano und St. Gallen im stabilen bis leicht rück-läufigen Bereich liegen. Der Standort Genf befindet sich trotz eines Rückganges von +60.9 Pt. auf +20.9 Pt. weiterhin im positiven Bereich. Die im Vergleich zum Vorjahr generell leicht tiefere Einschätzung der Preisentwicklung von Anlageimmobilien reflektiert sich damit auch in der Höhe der Indexwerte für die einzelnen Wirtschaftszentren.

Leichte Entspannung auf der Angebotsseite

Die Marktakteure sehen sich nach wie vor mit einer knappen Verfügbarkeit passender Investitionsmöglichkeiten konfrontiert. Insbesondere im Wohnsegment stellen die Umfrageteilnehmer mit -130.6 Pt. einen ausgeprägten Mangel an adäquaten Investitionsobjekten fest, wobei wie bereits im Vorjahr Versicherungen und Vorsorgeeinrichtungen die Knappheit am stärksten wahrnehmen. Im kommerziellen Nutzungssegment ist im Unterschied zu den vergangenen zwölf Monaten dafür eine leichte Entspannung bei der Verfügbarkeit zu erwarten. Diese Entwicklung widerspiegelt sich in einem Indexwert für Büroliegenschaften von +24.5 Pt. Die wahrgenommene Verfügbarkeit hat unmittelbaren Einfluss auf die Preiserwartung: Je geringer das Angebot von den Experten eingeschätzt wird, desto höher fallen die Indexwerte für die Preiserwartung aus.

KPMG Swiss Real Estate Sentiment Matrix 2013

Swiss Real Estate Sentiment Matrix 2013

Swiss Real Estate Sentiment Index

Der «KPMG Swiss Real Estate Sentiment Index» dient als Vorlaufindikator für die erwarteten Entwicklungen auf dem schweizerischen Immobilienanlagemarkt. An der repräsentativen Umfrage haben über 220 institutionelle und professionelle Anleger sowie Bewerter von Schweizer Anlageimmobilien teilgenommen. Der Index misst die Erwartung der Marktakteure zu den Entwicklungen über die kommenden zwölf Monate auf einer Skala von -200 bis +200 Indexpunkten. Die diesjährige Befragung findet zwischen dem 24. Juni 2014 und dem 24. Juli 2014 statt. Der Index wird jährlich fortgeführt.
 

Simone Glarner

Simone Glarner

Head of Media Relations

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