Schweiz

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  • Typ: Press release
  • Datum: 19.07.2012

Robuster M&A-Markt trotzt Unsicherheiten 

Die Fusionen und Übernahmen von Schweizer Unternehmen haben im ersten Halbjahr 2012 trotz fragiler Wirtschaftslage nur leicht abgenommen. Verglichen mit der Vorjahresperiode ist die Anzahl der Transaktionen um 8% gesunken – das Volumen indes um 47% gestiegen. Für das Gesamtjahr rechnet KPMG mit einem Ergebnis in etwa auf Vorjahresniveau.

Mit 133 Transaktionen wurden im ersten Halbjahr 2012 gegenüber der Vorjahresperiode 8% weniger Transaktionen mit Schweizer Beteiligung durchgeführt. Das aktuelle Niveau entspricht beinahe der Anzahl Transaktionen in den ersten Halbjahren 2009 und 2010. Das Transaktionsvolumen von USD 83 Mrd. im ersten Halbjahr 2012 liegt dank der angekündigten Grosstransaktion von Glencore/Xstrata, welche die Hälfte dieses Volumens ausmacht, 47% höher als im Vorjahr. Da die Transaktion mit dem an Xstrata beteiligten Golfstaat Katar momentan nachverhandelt wird, liegen noch keine definitiven Zahlen vor. Aktuell entspricht das Transaktionsvolumen im ersten Halbjahr 2012 mit USD 83 Mrd. dem höchsten Stand seit der ersten Messung im Jahr 2007.

 

Anzahl Transaktion und Transaktionswert pro Halbjahr

Anzahl Transaktion und Transaktionswert pro Halbjahr

 

Verschiedene Grosstransaktionen

Neben der angekündigten Übernahme von Xstrata durch Glencore haben im ersten Halbjahr weitere beachtliche Zu- und Verkäufe stattgefunden. Beispielsweise die Akquisition der Ernährungs-Sparte von Pfizer durch Nestlé (USD 11.9 Mrd.) oder die Beteiligung von Walgreen an dem in Zug ansässigen Chemie- und Gesundheitskonzern Alliance Boots von 45% (USD 6.7 Mrd.).

 

Top 10 Schweizer M&A-Transaktionen H1 2012

Top 10 Schweizer M&A-Transaktionen Q1 2012

 

Liquide Schweizer Unternehmen

Insgesamt sind Schweizer Unternehmen mehrheitlich als Käufer aufgetreten. Im ersten Halbjahr 2012 tätigten sie 67% aller Übernahmen und Beteiligungen – 27% im Inland und 40% im Ausland. Sicher hat sich die Frankenstärke hier positiv ausgewirkt. Der anhaltende Übernahmeappetit von Schweizer Unternehmen kann auf ihre mehrheitlich gute Positionierung und gesunde Finanzen zurückgeführt werden. Strategische Übernahmen und Verkäufe bleiben somit auf ihrer Agenda.

 

Hohe Aktivität zwischen Schweiz und Nordamerika

Auffällig ist, dass acht der zehn grössten Transaktionen zwischen Schweizer und nordamerikanischen Unternehmen statt fanden. Es scheint, als seien die USA im Wirtschaftszyklus einen Schritt vor Europa und als fände ihre Konjunktur schneller wieder Tritt. Viele Schweizer Unternehmen sehen diese Situation als Gelegenheit für Investitionen in eine der grössten Volkswirtschaften. Auch der Mangel an Alternativen stützt diesen Trend. Gerade der asiatische Markt gilt momentan als verhältnismässig teuer, und in Europa herrscht nach wie vor Unsicherheit über die weitere Marktentwicklung.

 

Warten auf die Banken

Bei den Banken blieben die grossen Fusionen und Übernahmen bislang aus. Die Ausnahme ist hier der Verkauf von Sarasin, dessen Abschluss aber noch aussteht. Der Finanzsektor befindet sich zweifelsohne in einer Phase der Neuausrichtung und Fokussierung, welche durch neue regulatorische Anforderungen, tiefe Renditen an den Kapitalmärkten sowie ein verändertes Umfeld im grenzüberschreitenden Bankengeschäft angetrieben wird. Insbesondere internationale Privatbanken überdenken momentan ihre Geschäftsmodelle und optimieren ihre Wertschöpfungsketten. Sowohl in der Industriebranche (20% aller Transaktionen) wie auch in der Medien- und Telekommunikationsbranche (16%) haben substanzielle Bewegungen stattgefunden. Zu nennen sind hier beispielsweise die Übernahme der amerikanischen Thomas & Betts Corp durch ABB oder die Beteiligung von Ringier an der polnischen Grupo onet.pl.

 

Ausblick auf die Ganzjahreszahlen 2012

Der starke Schweizer Franken, die Entwicklungen in der Eurozone sowie die Erwartungen in Bezug auf die Erholung des nordamerikanischen Marktes werden dieses Jahr prägen. Schweizer Unternehmen sind bezüglich der Wirtschaftslage in Nordamerika optimistisch gestimmt, und es ist zu erwarten, dass sie besonders in dieser Region weitere Transaktionen tätigen werden. Dennoch werden viele Unternehmen vorsichtig agieren, so dass in der Schweiz mit einem insgesamt stabilen M&A-Markt gerechnet werden kann.

 

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KPMG AG

Andreas Hammer     

Head of Public Relations & Public Affairs

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