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  • Typ: Press release
  • Datum: 09.08.2011

Am meisten Firmenübernahmen seit dem ersten Halbjahr 2008 

In 2011 haben die M&A-Aktivitäten in der Schweiz weiter zugenommen. Im ersten Halbjahr haben sowohl die Anzahl wie auch der Wert der Transaktionen im Vergleich zum ersten Halbjahr 2010 zugenommen, wie die Zahlen von KPMG und der Universität St. Gallen zeigen. Die Frankenstärke scheint ausländische Käufer bis jetzt nicht abzuschrecken. Der positive Trend wird voraussichtlich auch in der zweiten Jahreshälfte anhalten.
Während die globalen M&A-Aktivitäten wertmässig im ersten Halbjahr 2011 zugenommen haben, ist die Anzahl der angekündigten M&A-Transaktionen im gleichen Zeitraum gesunken. In der Schweiz haben jedoch beide Werte, Anzahl (14%) und Transaktionswert (27%) zugenommen. Dies zeigen die KPMG-Zahlen und die internationale Studie «Global M&A Predictor».

Anzahl Transaktionen nach Volumen (USD) 

Bei den angegebenen Werten in den Grafiken und Tabellen handelt es sich jeweils um den Gesamtwert der Transaktionen, für die ein Wert bekannt gegeben wurde. Hinweis: Bei rund 50% aller Transaktionen wird der Wert offengelegt

Im ersten Halbjahr 2011 haben bereits einige beachtliche Übernahmen stattgefunden. Die Tatsache, dass in diesem Zeitraum bereits gleich viele Transaktionen mit einem Volumen von über USD 1 Milliarde stattgefunden haben wie im gesamten letzten Jahr, zeigt die Stärke und die Attraktivität des Schweizer Marktes. Die Anzahl Transaktionen mit einer Summe von weniger als USD 50 Millionen hat in den letzten sechs Monaten bereits die Werte der Gesamtjahre 2008 und 2009 übertroffen und ist auf fast gleich hohem Niveau wie die Anzahl Transaktionen im gesamten Jahr 2010. Beides sind klare Anzeichen für das Vertrauen und die Zuversicht in den Schweizer M&A-Markt.

 

 

Industriebranche mit grösstem Transaktionsvolumen

Nach dem Alcon/Novartis-Megadeal von USD 41.2 Milliarden in 2010, fanden die zwei grössten Transaktionen im ersten Halbjahr 2011 auch in der Healthcare- und Life Sciences-Branche statt: Johnson & Johnson akquirierte die in der Schweiz ansässige Synthes für USD 21.2 Milliarden und Japan’s Takeda Pharmaceutical kaufte das Zürcher Privatunternehmen Nycomed für USD 13.7 Milliarden. Obwohl die Anzahl Übernahmen in dieser Branche leicht zurückgegangen ist, zeigen diese beiden Transaktionen die Attraktivität der Healthcare- und Life Science-Branche der Schweiz.

 

Die drittgrösste Transaktion mit einem Volumen von USD 3.2 Milliarden fand in der Finanzdienstleistungsbranche statt. Die schweizerische Allied World Assurance und die amerikanische Transatlantic Holdings fusionierten zu einem globalen Anbieter von Versicherungsdienstleistungen und Rückversicherungen. Von den zehn grössten Schweizer Transaktionen im ersten Halbjahr waren zudem vier aus der Finanzdienstleistungsbranche.

 

Nicht so entscheidend in Bezug auf die Grösse der Übernahmen, sondern in Bezug auf das Volumen zeigt sich die Industriebranche im ersten Halbjahr 2011. Rund ein Viertel aller angekündigten Transaktionen entstanden in dieser Branche. Ein Beispiel dafür ist ABB, welche fünf Transaktionen im ersten Halbjahr dieses Jahres in Australien, den USA, Holland, Schweden und in der Schweiz durchgeführt hat. Dicht hinter der Industriebranche folgt die Finanzdienstleistungsbranche (12 Prozent) und die Healtcare- und Life Sciences-Branche (10 Prozent).

Trotz starkem Franken mehr Käufe von ausländischen Unternehmen

Die Analyse der M&A-Aktivitäten in der Schweiz hat gezeigt, dass in den letzten Jahren Schweizer Unternehmen mehr Akquisitionen im Ausland tätigten, als ausländische Firmen in der Schweiz. Dieser Trend wird seit Jahren beobachtet und ist erfahrungsgemäss unabhängig vom jeweiligen Wechselkurs. Ausländische Unternehmen liessen sich auch jetzt nicht vom erstarkenden Franken abschrecken und haben im ersten Halbjahr 2011 mehr Käufe von Schweizer Unternehmen angekündigt als in den zwei vorangehenden Halbjahren in 2010.

 

Anzahl Transaktionen nach Target

Die Zeichen stehen gut für das zweite Halbjahr

Der Aufwärtstrend bei den M&A-Aktivitäten wird auch im zweiten Halbjahr anhalten. Trotz schwierigem Marktumfeld und hohem Schweizer Franken werden ausländische Unternehmen auch in Zukunft nicht davon abgehalten, Akquisitionen in der Schweiz voranzutreiben. Schweizer Unternehmen, welche im Ausland akquirieren, werden durch die Frankenstärke noch weiter unterstützt.

 

In diversen Branchen sind noch viele bedeutende Akquisitionen möglich. So zum Beispiel in der Finanzdienstleistungsbranche, in der die geschwächten Banken vor allem in Europa und Nordamerika zum Verkauf stehen. Weiter werden auch Private Equity-Gesellschaften nach einer schwierigen Zeit wieder vermehrt in Akquisitionen involviert sein. Ihnen kommt ein verbessertes wirtschaftliches Umfeld entgegen, in welchem sich einzelne Portfolios besser verkaufen lassen. Zudem verfügen viele, vor allem ausländische Private Equity-Unternehmen, über gefüllte Kriegskassen.

 

Die neue internationale KPMG-Studie «Global M&A-Predictor» zeigt ergänzend zu den Erkenntnissen aus den aktuellen Halbjahreszahlen, dass enttäuschte Verkäufer nun realisiert haben, dass der M&A-Markt wieder aktiv ist. Manche Spezialisten wünschten sich ihn jedoch noch viel aktiver.

 

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