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  • Industrie: Insurance
  • Typ: Press release
  • Datum: 15.11.2011

90% der Versicherer planen Änderung der Preisstruktur 

Versicherungsunternehmen sehen sich derzeit mit einer Fülle regulatorischer Neuerungen konfrontiert. Eine Studie von KPMG und der Universität St. Gallen bei Versicherern aus der Schweiz, Deutschland und Österreich zeigt, dass sich diese Neuerungen auf das Kerngeschäft auswirken und Anpassungen im Geschäftsmodell notwendig sind. Im Zentrum stehen dabei Änderungen des Risikomanagements, aber auch Produkte und Kapitalstrukturen sind davon betroffen.
Eine Studie der KPMG bei insgesamt 179 Versicherungsunternehmen in der Schweiz, Deutschland und Österreich zeigt auf, dass neben FATCA, MiFID und der Regulierung grenzüberschreitender Geschäftsaktivitäten die Einführung des Swiss Solvency Tests (SST) und der Solvency II-Anforderungen die grössten Herausforderungen darstellen.

Schweiz bezüglich Solvency II weiter als Deutschland und Österreich

Während der SST in der Schweiz bereits eingeführt wurde, hat die EU europäischen Versicherern für die Einführung von Solvency II eine Übergangsfrist bis Ende 2013 eingeräumt. 92% der befragten Schweizer Versicherungsunternehmen beurteilen die Einführungsgeschwindigkeit von Solvency II aufgrund der bereits gesammelten Erfahrungen mit dem SST als ausreichend oder neutral. Demgegenüber erachteten im untersuchten Zeitraum 67% der deutschen und 45% der österreichischen Versicherer die Vorbereitungszeit als zu kurz.

Grafik zur Einschätzung der Versicherungen

Mehrheitlich positive Effekte

55% der befragten Versicherer stufen die Anforderungen von Solvency II und SST als eine positive Entwicklung ein. Die Versicherer erwarten, dass sich insbesondere die Risikosensibilität und die Corporate Governance merklich verbessern werden und diese in den Führungsgremien mehr Gewicht erhalten. 82% aller befragten Unternehmen sind denn auch zuversichtlich, die neuen aufsichtsrechtlichen Vorgaben umsetzen zu können und gehen davon aus, die nötigen Kapazitäten dafür zu besitzen. Hinsichtlich des Nutzens der Vorgaben nehmen 85% der Schweizer Versicherer SST als eine Chance wahr, währendem im Kontext von Solvency II lediglich 48% der deutschen und 22% der österreichischen Versicherungsunternehmen diese Zuversicht teilen.

 

Kritisch beurteilen die Befragten bei Solvency II / SST die Gefahr der blinden Modellgläubigkeit und die damit einhergehende Möglichkeit, sich in den Entscheidungsgremien nicht ausreichend mit Risiken auseinanderzusetzen. Zudem befürchten sie, dass sich ein prozyklisches Verhalten über die gesamte Branche manifestieren könnte, da sich viele Versicherer aufgrund derselben exogenen Steuerungsimpulse bei hoher Volatilität in ein und derselben Situation wiederfinden.

Lebensversicherer vor markanten Preiskorrekturen

Aufgrund der neuen Anforderungen müssen viele Versicherer ihr Produktportfolio und ihre Produktdifferenzierung bezüglich der Preise und der geografischen Diversifikation überdenken. Gerade international tätige Konzerne werden sich überlegen müssen, wie der Mehraufwand, zwei Regulierungssysteme (SST / Solvency II) parallel zu bedienen, zu bewerkstelligen ist. Insgesamt 90% aller Versicherungsunternehmen planen deshalb eine Anpassung ihrer Preisstruktur. Diesbezüglich werden insbesondere die Lebensversicherer aktiv sein, von welchen 67% mit wesentlichen Auswirkungen auf ihre Produkte und Dienstleistungen rechnen.

Erhebliche strategische Anpassungen

Auf strategischer Ebene rechnen die Versicherer vor allem mit starken Auswirkungen der aufsichtsrechtlichen Anforderungen auf das Risikomanagement. Aber auch die Bereiche Organisation & Prozesse, Kapitalstruktur sowie Produkte & Dienstleistungen dürften massive Änderungen erfahren. Insbesondere unter den Lebensversicherern erwarten 50% starke Auswirkungen auf Geschäftsmodelle. Insgesamt antizipieren nur wenige der befragten Unternehmen revolutionäre Änderungen wie Geschäftsaufgabe oder Zusammenschlüsse. 69% der Sachversicherer rechnen nicht mit Auswirkungen auf ihre Produkte und Dienstleistungen. Über die ganze Versicherungsbranche hinweg werden sich die neuen Regeln in unterschiedlichen Bereichen mannigfaltig bemerkbar machen:

Grafik zur Auswirkung von Solvency II

Lebensversicherer weisen einen höheren Anpassungsbedarf auf als Sachversicherer. Einige Teilnehmer merkten an, dass Rückversicherer von den aktuellen regulatorischen Entwicklungen für Erstversicherer profitieren dürften.

Höhere Anforderungen auf Überwachungsebene

Die Versicherer werden nicht umhinkommen, ihre Corporate-Governance-Strukturen wegen des zukünftigen Risikomanagements neu auszurichten. Dies stellt höchste Anforderungen an die Kompetenz einer Vielzahl von Akteuren: Es werden mehr Fachkräfte benötigt, die in der Lage sind, die gruppenweiten Risikomodelle zu erstellen. Damit wandeln sich auch die Rolle des Chief Risk Officer und die Erwartungen an den Verwaltungsrat, welcher noch stärker als bisher über risikobezogene Expertise und Fachwissen verfügen muss. Viele der Versicherer thematisieren hinsichtlich der neuen Anforderungen auch die Kompetenzen der Aufsichtsorgane.

Auswirkungen von FATCA und MiFID

Als FATCA verabschiedet wurde, war die Versicherungswirtschaft überzeugt, dass diese neuen Anforderungen keine flächendeckenden Auswirkungen auf die Branche haben werden. Inzwischen ist jedoch klar, dass FATCA insbesondere für Lebensversicherer ein wichtiges Thema ist. Diese Konsequenzen sind offenbar aber den am meisten Betroffenen noch nicht ausreichend bekannt. 44% der Lebensversicherer (gegenüber 61% der Sach- und Rückversicherer) schätzen die Bedeutung von FATCA für ihr Geschäftsfeld immer noch als gering ein. Was MiFID betrifft, so ergibt sich aus dem Antwortverhalten der Studienteilnehmer, dass die Thematik rund um eine potenzielle Ausdehnung dieser Direktive auf den Versicherungsbereich in der Branche zum jetzigen Zeitpunkt eine untergeordnet Rolle spielt.

 

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Weitere Informationen erhalten Sie bei:

 

KPMG AG

Andreas Hammer

Head of Public Relations & Public Affairs

Telefon: +41 44 249 48 20

Mobil: +41 79 335 75 06

E-Mail: kpmgmedia@kpmg.ch  

 

Regulatorischer Wandel – Chancen und Risiken für die Versicherungsbranche

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Im Zuge der regulatorischen Neuerungen ergibt sich auch für die Versicherer Handlungsbedarf, um im heutigen Marktumfeld erfolgreich bestehen zu können.

Weiterführende Informationen

In dieser Präsentation finden sie Zahlen, Fakten und Hintergründe

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