Schweiz

Details

  • Service: Audit, Swiss GAAP FER, US GAAP
  • Typ: Press release
  • Datum: 28.05.2014

Neuer globaler Standard für die Umsatzlegung 

Der internationale und der US-amerikanische Standardsetzer für Rechnungslegung haben heute einen gemeinsamen neuen Standard zur Umsatzlegung veröffentlicht. Dies gilt als Meilenstein bei der Vereinheitlichung der internationalen Rechnungslegungsstandards und kann einen wesentlichen Einfluss auf den Zeitpunkt der Umsatzlegung in einigen Branchen haben.
Der Umsatz stellt für die Anspruchsgruppen der finanziellen Berichterstattung eines Unternehmens eine wichtige Kennzahl dar, um die Leistung dieser Gesellschaft und deren Zukunftsaussichten beurteilen zu können. Die bestehenden IFRS- und US-GAAP-Umsatzlegungsregelungen haben aufgrund ihrer Unzulänglichkeiten dazu geführt, dass in der Praxis Umsatz nicht immer einheitlich gelegt wurde. Zudem wurden die geltenden Offenlegungsvorschriften für die Informationsbedürfnisse der Bilanzleser als unzureichend bemängelt. Um diesen Kritikpunkten zu begegnen, haben die Standardsetzer einen einheitlichen globalen Standard für die Umsatzlegung publiziert: «IFRS 15 Revenue from Contracts with Customers» und «Accounting Standards Update 2014-09: Revenue from Contracts with Customers (Topic 606)». Die neuen Anforderungen ersetzen den Grossteil der bestehenden IFRS- und US-GAAP-Umsatzregeln, erklären die Grundsätze für die Umsatzerfassung und sind für alle Kundentransaktionen mit wenigen Ausnahmen unabhängig von der Branche anwendbar. Eine Entscheidung, wie der Übergang auf die neuen Regeln erfolgen soll, und welche betrieblichen Prozesse und IT-Systeme anzupassen sind, sollte bei den Unternehmen möglichst bald gefällt werden.

Pharma, Telekom, Bau und Konstruktion besonders betroffen

Gesellschaften, welche Produkte oder Dienstleistungen in einem Paket verkaufen, oder solche, welche sich in grösseren, längerfristigen Projekten engagieren, müssen Umsätze allenfalls früher oder später als bis anhin legen. Zu den Branchen, welche von den neuen Regelungen besonders betroffen sein könnten, gehören:

 

  • Bau und Konstruktion, Luftfahrt und Verteidigung: Diese Branchen sind besonders von längerfristigen Projekten betroffen. Die heute verwendete Methode der Umsatzerfassung nach Massgabe des Fertigstellungsgrads wird künftig durch das Modell des kontinuierlichen Kontrolltransfers ersetzt; daraus können sich Änderungen im Zeitpunkt der Umsatzerfassung ergeben.
  • Pharma und Medien: Lizenzvereinbarungen sind für diese Branchen besonders zentral. Die neue Regelung zur Umsatzerfassung von Lizenzvereinbarungen kann den Zeitpunkt bzw. Zeitraum der Umsatzlegung beeinflussen.
  • Telekom und Software: Diese Branchen bieten ihren Kunden oft Güter und Dienstleistungen in einem Paket an. Die neuen Regelungen zur Entflechtung dieser Güter und Dienstleistungen können durch die Bestimmung der Höhe der Vergütung und des Zeitpunkts bzw. Zeitraums der Umsatzerfassung einen wesentlichen Einfluss auf die Umsatzlegung haben.

 

Andere Gesellschaften werden dagegen zahlenmässig kaum betroffen sein. Einige Aspekte der neuen Umsatzlegungsregeln werden aber alle Gesellschaften betreffen: Die neuen Offenlegungspflichten sind weitreichend und können Änderungen an Systemen und Prozessen zur Erfassung der notwendigen Datengrundlagen bedingen.

Abklärungs- und Handlungsbedarf für die Unternehmen

Der neue Standard wird im Januar 2017 in Kraft treten. IFRS-Anwender haben im Gegensatz zu den US-GAAP-Anwendern die Möglichkeit, die neuen Regeln auch frühzeitig anzuwenden. Die Veröffentlichung des gemeinsamen Standards stellt eine bedeutende Leistung der beiden Standardsetzer dar. Für die betroffenen Gesellschaften beginnt die eigentliche Arbeit jedoch erst jetzt. Sie sind gut beraten, den Einfluss der neuen Regeln zügig zu beurteilen, damit sie die wesentlichen Auswirkungen auf ihre Geschäftstätigkeiten erkennen und ihre Kommunikation mit Investoren und Analysten vorbereiten können. Lukas Marty, Leiter Wirtschaftsprüfung von KPMG Schweiz, erläutert: «Selbst wenn das Inkraftsetzungsdatum noch in weiter Ferne scheint, sind die vorgelagerten Entscheidungen schon bald zu treffen – nämlich wann und wie der Übergang auf die neuen Regeln erfolgen soll und welche betrieblichen Prozesse und IT-Systeme anzupassen sind. Eine frühzeitige Entscheidung wird es den Gesellschaften erlauben, einen effizienten Einführungsplan zu entwickeln und ihre Anspruchsgruppen rechtzeitig zu informieren.»
 

Simone Glarner

Simone Glarner

Head of Media Relations

+41 58 249 55 71

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