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  • Typ: Press release
  • Datum: 28.01.2014

Europa nutzt Datenanalysen für Kostenoptimierungen – Amerika für Innovationen 

Technologische Fortschritte im Bereich der Datenanalyse werden die Art der Informations-gewinnung und -auswertung künftig komplett neu definieren. Eine aktuelle Studie von KPMG International zeigt, dass weit über die Hälfte der befragten Unternehmen Datenanalysen als sehr wichtig für das eigene Wachstum erachten. KPMG hat auf diese Entwicklung reagiert und einen Investitionsfonds von USD 100 Millionen errichtet, um die nächste Generation von Hilfsmitteln und Lösungsansätzen zur wirkungsvollen Analyse rapide wachsender Datenströme bereitzustellen.
Um wettbewerbsfähig zu bleiben, sind zahlreiche Unternehmen daran, ihre Geschäftsmodelle grundlegend zu überdenken und sich neu aufzustellen. Ein wichtiges Augenmerk liegt dabei auf der täglich wachsenden Menge an Daten. Denn die Fähigkeit, grosse und unstrukturierte Datenströme laufend auszuwerten und daraus relevante Schlüsse für das eigene unternehmerische Handeln zu ziehen, kann zum wesentlichen Wettbewerbsvorteil werden und über die eigene Konkurrenzfähigkeit entscheiden. Gemäss der von KPMG International in Zusammenarbeit mit FT Remark durchgeführten globalen Studie «Going beyond the data», die auf Interviews mit 144 CFO und CIO von Unternehmen mit mehr als USD 1 Milliarde Umsatz basiert, erachten 86% der Befragten Datenanalysen als wichtig, sehr wichtig oder ausschlaggebend für ihre Wachstumsstrategie.

Wichtigkeit von Daten erkannt

Demnach treffen Unternehmen, die relevante Sachverhalte frühzeitig erkennen, meistens bessere Entscheidungen. Korrekte Analysen und Interpretationen von Daten können hierbei die geeigneten Grundlagen liefern. Dies haben auch die meisten Organisationen erkannt. Firmen im asiatisch-pazifischen Raum und in Amerika sind gemäss Studie zu einem noch höheren Grad sensibilisiert für die Thematik der Datenanalysen als jene im europäischen Raum. Die Unternehmen in Europa sind bei der Umsetzung noch eher vorsichtig, obwohl sie die Wichtigkeit ebenfalls klar erkannt haben. Auch hier geht ein Viertel der Interviewten entsprechend davon aus, dass Datenanalysen in Zukunft eine hohe Wichtigkeit zukommt.

Wichtigkeit von Datenanalysen für die Wachstumsstrategie des Unternehmens

Wichtigkeit von Datenanalysen für die Wachstumsstrategie des Unternehmens

 

Auch im Bereich Datennutzung zeigen sich regionale Unterschiede: Während in Amerika ansässige Unternehmen Datenanalysen eher für Innovation einsetzen und so ihre Produkte und Dienstleistungen verbessern, nutzen in Europa angesiedelte Firmen die Daten vor allem im Hinblick auf Prozessoptimierungen und Kostensenkungen. Dies widerspiegelt sich auch im Ergebnis zur Frage, inwiefern die Analysen der Kundendaten unmittelbar zur Umsatzsteigerung genutzt werden. In Amerika geben 70% der Befragten an, dass sie den Umsatz durch eine genauere Analyse der gesammelten Kundendaten steigern konnten. Im asiatisch-pazifischen Raum sind es 64%, in Europa dagegen nur 56% der Unternehmen.

Umsatzsteigerung durch Kundenanalyse

Umsatzsteigerung durch Kundenanalyse

Hohe Investitionen in die Datenanalyse

Firmen unterschiedlicher Branchen haben bereits damit begonnen, sich der zunehmend von Daten und Analysen getrieben Welt anzupassen – insbesondere Unternehmen, die täglich mit grossen Mengen an marktrelevanten Daten konfrontiert sind. Dazu gehören beispielsweise Finanzdienstleister, Telekom- und Pharmaunternehmen, aber auch Betriebe aus der Konsumgüterindustrie und dem Detailhandel. Mit den heute gängigen Technologien sind Auswertungen und Analysen der enormen Datenmengen erst ansatzweise möglich und oft mit langen Auswertungszeiten verbunden. Alle Befragten gaben deshalb an, in den nächsten zwei Jahren einen im Verhältnis zum Umsatz beachtlichen Teil ihrer Mittel in den Bereich Datenanalyse investieren zu wollen.

Schweizer Kernbranchen schaffen sich bereits Wettbewerbsvorteile

Bereits heute gibt es Bespiele dafür, wie Datenanalysen zu einem Wettbewerbsvorteil führen und dem Unternehmen Mehrwert bringen können:

 

  • Im Konsumgüterbreich werden mittels «Social Media Monitoring» und der Beobachtung von branchenspezifischen Internetplattformen und Kundenforen Daten systematisch ausgewertet und so Produkte- und Vermarktungsstrategien verbessert.
  • Pharmaunternehmen können dank leistungsfähigeren Datenanalysen relevante Muster in grossen Datenmengen viel schneller erkennen und so ihre Forschungsaktivitäten optimieren.
  • Für Telekom-Anbieter sind aussagekräftige Zukunftsprognosen bezüglich Kundenverhalten und -bedürfnissen eine wesentliche Grundlage zur Innovationssteuerung.
  • Für Banken und Versicherungen ist die Bewertung finanzieller und operationeller Risiken mittels komplexer Modelle ein Kernthema, dessen Bedeutung durch die neuen Möglichkeiten von «Big Data» und ausgeklügelten Datenanalysen noch stark zunehmen wird.

 

Definition der Daten als grösstes Hindernis

Die Vorteile systematischer Datenanalysen und -nutzungen sind gemäss KPMG-Studie bekannt. Dennoch stehen einer breiteren Anwendung noch einige Hürden im Weg. Eine Schwierigkeit bei der fortschrittlichen Datenerhebung liegt darin zu erkennen, welche unternehmerischen Fragen sich mit deren Hilfe überhaupt klären lassen. Die grösste Hürde stellt für 54% der Befragten denn auch die anfängliche Definition der zu sammelnden Daten dar. Zudem besteht Klärungsbedarf, welche technischen Fähigkeiten und Hilfsmittel für eine exakte Analyse und Interpretation nötig sind (44%). Ganz grundsätzlich ist es eine Herausforderung, unter allen Möglichkeiten die richtige Lösung für eine effiziente Datenanalyse zu finden und umzusetzen (38%).

Datensicherheit und Privatsphäre zentral

Daneben gibt es weitere Bedürfnisse, welche durch die Erfassung und Analyse von Datenmengen nicht vernachlässigt werden dürfen. So muss die Datensammlung im Einklang mit den bestehenden Gesetzen erfolgen. Die aktuelle Debatte über Nutzen und Gefahren uneingeschränkter Sammlung und Bearbeitung von Daten sowie über die grenzenlose Überwachung durch staatliche Geheimdienste macht deutlich, welche weitreichenden Folgen die globale Vernetzung von Informationssystemen bereits heute hat. «Die technologischen Möglichkeiten werden in naher Zukunft noch wesentlich zunehmen. Und Fragen zum Schutz der Privatsphäre werden die Staaten, Unternehmen und die Gesellschaft in den kommenden Jahren noch stärker beschäftigen», erklärt Ulrich Amberg, Leiter IT-Beratung von KPMG Schweiz. «Es ist an den Gesetzgebern und Regulatoren, verbindliche Rahmenbedingungen für die Datensammlung und -analyse und damit den wirkungsvollen Schutz der Privatsphäre zu etablieren.»

KPMG investiert weltweit USD 100 Millionen

Im heute sehr schnelllebigen Markt werden mehr Daten erzeugt als je zuvor. Die Unternehmen stehen unter enormem Druck, diese zu analysieren und sinnvoll zu nutzen. KPMG International hat einen Investitionsfonds von USD 100 Millionen errichtet, um die nächste Generation von Werkzeugen und Lösungsansätzen zur wirkungsvollen Analyse rapide wachsender Datenströme bereit zu stellen. Dadurch sollen Analysemöglichkeiten geschaffen werden, welche die Kunden im neuen Umfeld schneller agieren lassen. Akquisitionen und strategische Partnerschaften sind insbesondere auf Organisationen mit Fokus auf Datenanalyse, Technologieentwickler und -innovatoren, Service Provider und Private-Equity-Firmen gerichtet.

 

 

Simone Glarner

Simone Glarner

Head of Media Relations

+41 58 249 55 71

Going beyond the data

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Die aktuelle Studie «Going beyond the data» von KPMG International zeigt, dass weit über die Hälfte der befragten Unternehmen Datenanalysen als sehr wichtig für das eigene Wachstum erachten.

KPMG Capital: Investition in die Datenanalyse

KPMG Capital: Investition in die Datenanalyse

KPMG Capital fokussiert sich auf Investitionen und Chancen im Bereich der Datenanalyse.