Schweiz

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  • Typ: Press release
  • Datum: 11.03.2014

Mit dem kommenden automatischen Informationsaustausch steht die Bekämpfung der Geldwäscherei wieder ganz oben auf der Agenda der Schweizer Banken 

Eine global angelegte KPMG Studie zeigt, dass die Bedeutung von Massnahmen zur Bekämpfung der Geldwäscherei rasch zunimmt. Ganz besonders gilt dies auch für Schweizer Finanzinstitute, die seit langer Zeit in der internationalen Vermögensberatung aktiv sind.

Ein neuer Bericht von KPMG International kommt zum Schluss, dass die Entscheidungsträger im Finanzsektor den Herausforderungen der Geldwäscherei-Bekämpfung mehr Aufmerksamkeit schenken als je zuvor. Neun von zehn Befragten (88 Prozent gegenüber 62 Prozent im Jahr 2011) gaben an, dass das Thema Geldwäscherei-Bekämpfung (Anti Money Laundering / AML) erneut weit oben auf der Agenda des Senior Managements steht. Eine Mehrheit der Befragten (84 Prozent) gab an, dass Geldwäscherei in ihrer Geschäftsrisikobewertung als Hochrisikothema gilt und betont damit zusätzlich, wie ernst die Führungsetagen die Nichteinhaltung regulatorischer Anforderungen nehmen.  

 

«Die Bekämpfung der Geldwäscherei hatte nie eine grössere Bedeutung auf den Agenden des Senior Managements. Denn die vom Gesetzgeber vorgesehenen Strafen können Milliarden von Dollar erreichen und aufsichtsrechtliche Massnahmen tatsächlich lizenzgefährdend wirken», sagt Philippe Fleury, Leiter Anti-Geldwäscherei-Beratung im Bereich Forensik von KPMG Schweiz. «Dies gilt insbesondere für Schweizer Banken, bei denen der Trend zum automatischen Informa­tionsaustausch derzeit wichtige Investitionen auslöst, um den neuen Standards und Regulierungen im Steuerbereich gerecht zu werden und die immer weiter reichenden Anti-Geldwäscherei-Gesetze zu erfüllen. Einen ent­schei­denden Einfluss haben die Überarbeitung der Empfehlungen der Arbeitsgruppe zur Bekämp­fung der Geldwäscherei und der US-amerikanische Foreign Account Tax Compliance Act (FACTA). Diese Initiativen haben die Bekämpfung der Geldwäscherei in kurzer Zeit von einem der Compli­ance zugeordneten Teilbereich zu einem zunehmend komplexen und übergreifenden System an­wach­sen lassen, mit Schnittmengen zu Rechts- und Risikoabteilungen, Operations und Steuer­abteilun­gen», so Philippe Fleury.

 

Weitere Kernpunkte der Erhebung sind folgende:

 

  • Compliance-Kosten werden weiterhin unterschätzt. Zwar stellt das Tempo der regu­latorischen Änderungen die Finanzdienstleistungsunternehmen vor grosse Herausforde­rungen. Dennoch planen die meisten Organisationen weitere Investitionen. Tatsächlich steigen die Kosten der Banken noch immer um durchschnittlich 53 Prozent. Dies über-steigt die ehemals für 2011vorhergesagten 40 Prozent Anstieg. Die Führungsetagen wer­den die Kosten für die Bekämpfung der Geldwäscherei auch in Zukunft eher unter-schätzen. 
  • Transaktionsüberwachungssysteme werden auch künftig den grössten Ausgaben­posten im Zusammenhang mit der Bekämpfung der Geldwäscherei darstellen. Die Zufriedenheit mit der Effizienz und Effektivität dieser Systeme ist dagegen auf einen durch­schnittlichen Wert von 3,42 von insgesamt 5 gesunken. In Westeuropa stieg die Zufriedenheit auf 3,9 von insgesamt 5 und erreichte damit den weltweit höchsten Wert.
  • Politische exponierte Personen (PEPs) stellen unverändert ein Risiko für Unterneh­men dar. Finanzinstitute konzentrieren sich mehr denn je darauf, in Bezug auf Trans­ak­tionen von PEPs erhöhte Sorgfalt walten zu lassen, was sich am Grad der Beteili­gung der Führungsetagen an der Genehmigung von Geschäftsbeziehungen mit hohem Risiko zeigt (82 Prozent der Befragten sagen, dass dies in ihrer Organisation so gehand­habt wird). Darü­­­ber hinaus betten 57 Prozent der Organisationen in Westeuropa und 80 Prozent in Nordamerika einen Prozess zur Unterscheidung zwischen ausländischen und inländischen PEPs ein.
  • Finanzorganisationen stehen unter Zeitdruck. Fast ein Fünftel (16%) der Befragten gibt an, dass es ihnen nicht gelingen wird, bis zur IRS-Frist im Juli 2014 die Anforderun­gen des FATCA zu erfüllen. Westeuropa scheint jedoch führend in Bezug auf dieses The­ma zu sein, denn 61 Prozent der dort Befragten gehen davon aus, den FACTA-Anforde­rungen bis Juli 2014 genügen zu können. Dies ist der höchste Prozentsatz im Vergleich zum Rest der Welt (46%).
  • Europäische Finanzinstitute testen ihre Sanktionsscreening-Systeme weniger häufig. In Westeuropa geben 43 Prozent der Befragten an, dass ihre Software für das Sanktions­screening während der Inbetriebnahme getestet wurde und anschliessend nicht mehr, in den USA tun dies nur 20 Prozent. Entsprechend geben 31 Prozent der Befragten in Westeuropa an, jährliche Tests durchzuführen, während dies in den USA 60 Prozent tun.
  • Die Bekämpfung der Geldwäscherei wird ein immer wichtigeres Thema im Top-Management. In Westeuropa stieg das Interesse des Senior Managements am Thema Geldwäscherei zwischen 2011 und 2014 stark an, von 55 auf 90 Prozent der Befragten.  Sie gaben an, dass dieses Thema künftig stärker im Fokus stehen wird.

 

Mit Blick auf die Schweiz führte diese weltweite Umfrage zu den folgenden Ergebnissen:

 

  • Nationale PEPs werden, wie in der  vorgeschlagenen Änderung des Schweizer Anti-Geldwä­scherei-Gesetzes gefordert wurde, ins Zentrum des Interesses rücken. Die Schweizer Gesetzge­bung wurde in diesem Punkt den internationalen Erwartungen angepasst. 
  • Das Transaktionsüberwachungssystem gilt bei der Mehrzahl der Schweizer Banken noch nicht als voll zufriedenstellend. Dies ist ein Bereich, der in der nahen Zukunft die Aufmerksamkeit fordern und Kosten verursachen wird. 
  • Die Compliance-Kosten werden in der Schweiz ebenfalls steigen und damit dem in der Erhebung festgestellten globalen Trend folgen.
  • KPMG erwartet, dass die Bekämpfung der Geldwäscherei für das Management der Schwei­zer Banken zu einer der höchsten Prioritäten wird, da die Aufmerksamkeit der Aufsichts­behörden und der potenzielle Imageschaden bei einem Fehlverhalten zunehmen.
 

Simone Glarner

Simone Glarner

Head of Media Relations

+41 58 249 55 71

Globale Anti-Geldwäscherei Studie 2014

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Ein neuer Bericht von KPMG International kommt zum Schluss, dass die Entscheidungsträger im Finanzsektor den Herausforderungen der Geldwäscherei-Bekämpfung noch nie zuvor so grosse Auf­merksamkeit gewidmet haben.

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