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  • Typ: Press release
  • Datum: 26.10.2009

Trend zu sinkenden Unternehmenssteuern zu Ende 

Wie der «KPMG’s Corporate and Indirect Tax Rate Survey 2009» zeigt, ist der seit 13 Jahren anhaltende Trend zu tieferen Unternehmenssteuern in Europa zu Ende. Wegen des dringenden Bedarfs an höheren Steuereinnahmen sind zudem viele Länder daran, den Mehrwertsteueranteil aktiv zu erhöhen und die Basis für die Gewinnsteuern juristischer Personen zu verbreitern.

Die aktuellen Zahlen des «KPMG’s Corporate and Indirect Tax Rate Survey 2009» zeigen, dass

das jahrelange Sinken der Steuersätze auf Unternehmensgewinne in Europa und Lateinamerika

2009 zu Ende ist. In Europa blieb der Durchschnitt der Unternehmenssteuersätze bei 23.2%.

Damit ist erstmals seit 13 Jahren die alljährliche Senkung ausgeblieben. In Lateinamerika liegen

die durchschnittlichen Unternehmenssteuern in diesem Jahr unverändert auf 26.9%, wobei die

Region erstmals seit 2004 keine tieferen Steuersätze aufweist. Nur im Raum Asien-Pazifik

wurden diese wie in den Vorjahren durchschnittlich gesenkt, von 28.4% im Jahr 2008 auf 27.5%

im laufenden Jahr.

 

Verlagerung zu indirekten Steuern

Bei den indirekten Steuern, zu denen vorwiegend die Mehrwertsteuer zählt – sowie in manchen

Ländern weitere Steuern auf bestimmte Güter und Dienstleistungen – sind die Sätze in Europa im

Vergleichszeitraum von 19.5% auf 19.8% gestiegen. Lateinamerika verzeichnete eine Erhöhung

von 15.9% auf 16.2%. In den Ländern der Region Asien-Pazifik gab es einen marginalen

Rückgang der indirekten Steuersätze von 10.9% auf 10.8%.

 

Die indirekten Steuern sind generell sehr stabil. In den letzten fünf oder sechs Jahren ist der

Anteil an Steuereinnahmen aus indirekten Steuern jedoch gewachsen. Über 150 Länder haben

bereits heute ein Steuersystem, das primär auf indirekten Steuern basiert, und jährlich wird die

Bandbreite an mehrwertsteuerpflichtigen Leistungen ausgedehnt. In der Region Asien-Pazifik

wird eine Steigung der Mehrwertsteuersätze erwartet, da die Steuersysteme sich dort noch stark in

Entwicklung befinden. In der Europäischen Union werden die bereits geplanten Erhöhungen den

EU-Durchschnitt im nächsten Jahr voraussichtlich auf etwa 20% anheben. Abzuwarten bleibt, ob

auch die USA eine einheitliche Mehrwertsteuer einführen werden, was für den globalen

Warenwirtschaftsverkehr weitreichende Konsequenzen hätte. In jedem Fall wird das Management

von indirekten Steuern in international tätigen Unternehmen weiter an Bedeutung gewinnen.

 

Schweizer Kantone in der internationalen Spitzengruppe

Im europäischen Ländervergleich der Unternehmenssteuersätze landet die Schweiz auf Platz 15,

da der globalen Studie im Sinne der besseren Vergleichbarkeit der Satz der Stadt Zürich (21.17%)

zugrunde legt. Werden jedoch die Kantone Ländern gleich gesetzt, so ergibt sich ein

differenzierteres Bild: Appenzell-Ausserhoden und Obwalden belegen mit je 12.7% Platz 5, dicht

hinter Irland mit 12.5%. Verschiedene osteuropäische Länder mit 10% teilen sich Rang 3 nach

Montenegro mit 9.0 % Platz auf 2, und die nullbesteuerten britischen Inseln Guernsey und Isle of

Man liegen auf Platz 1.

 

Auch der Kanton Zug mit 15.8% auf Platz 10 fällt noch in die Top Ten, direkt hinter Lettland und

Island mit je 15%. Uri (15.9%) auf Platz 11 und Schaffhausen (16%) auf Platz 12 folgen gleich

danach, gleichauf mit Ungarn und Rumänien. In den Top Twenty finden sich sechs weitere

Kantone, und selbst die Unternehmenssteuern der weniger weit vorne platzierten Kantone Basel

Stadt (23.4%), Waadt (23.5%) und Genf (24.2%) liegen allesamt noch tiefer als die meisten

europäischen Nachbarländer. Damit befindet sich die Schweiz nach wie vor in einer

hervorragenden Wettbewerbsposition.

 

Insgesamt ist der Trend zur Kontinuität auch in der Schweiz festzustellen. Die Veränderungen der

Unternehmenssteuersätze sind im Vergleich zum Vorjahr marginal, 16 Kantone behielten den

Vorjahressatz bei und acht Kantone haben leichte Senkungen vorgenommen. Nur zwei Kantone

nahmen signifikante Kürzungen des Unternehmenssteuersatzes vor: St. Gallen um knapp 2% auf

16.9% und Aargau mit 2.2% auf jetzt 19.8%.

 

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