Die aktuellen Zahlen des «KPMG’s Corporate and Indirect Tax Rate Survey 2009» zeigen, dass
das jahrelange Sinken der Steuersätze auf Unternehmensgewinne in Europa und Lateinamerika
2009 zu Ende ist. In Europa blieb der Durchschnitt der Unternehmenssteuersätze bei 23.2%.
Damit ist erstmals seit 13 Jahren die alljährliche Senkung ausgeblieben. In Lateinamerika liegen
die durchschnittlichen Unternehmenssteuern in diesem Jahr unverändert auf 26.9%, wobei die
Region erstmals seit 2004 keine tieferen Steuersätze aufweist. Nur im Raum Asien-Pazifik
wurden diese wie in den Vorjahren durchschnittlich gesenkt, von 28.4% im Jahr 2008 auf 27.5%
im laufenden Jahr.
Bei den indirekten Steuern, zu denen vorwiegend die Mehrwertsteuer zählt – sowie in manchen
Ländern weitere Steuern auf bestimmte Güter und Dienstleistungen – sind die Sätze in Europa im
Vergleichszeitraum von 19.5% auf 19.8% gestiegen. Lateinamerika verzeichnete eine Erhöhung
von 15.9% auf 16.2%. In den Ländern der Region Asien-Pazifik gab es einen marginalen
Rückgang der indirekten Steuersätze von 10.9% auf 10.8%.
Die indirekten Steuern sind generell sehr stabil. In den letzten fünf oder sechs Jahren ist der
Anteil an Steuereinnahmen aus indirekten Steuern jedoch gewachsen. Über 150 Länder haben
bereits heute ein Steuersystem, das primär auf indirekten Steuern basiert, und jährlich wird die
Bandbreite an mehrwertsteuerpflichtigen Leistungen ausgedehnt. In der Region Asien-Pazifik
wird eine Steigung der Mehrwertsteuersätze erwartet, da die Steuersysteme sich dort noch stark in
Entwicklung befinden. In der Europäischen Union werden die bereits geplanten Erhöhungen den
EU-Durchschnitt im nächsten Jahr voraussichtlich auf etwa 20% anheben. Abzuwarten bleibt, ob
auch die USA eine einheitliche Mehrwertsteuer einführen werden, was für den globalen
Warenwirtschaftsverkehr weitreichende Konsequenzen hätte. In jedem Fall wird das Management
von indirekten Steuern in international tätigen Unternehmen weiter an Bedeutung gewinnen.
Im europäischen Ländervergleich der Unternehmenssteuersätze landet die Schweiz auf Platz 15,
da der globalen Studie im Sinne der besseren Vergleichbarkeit der Satz der Stadt Zürich (21.17%)
zugrunde legt. Werden jedoch die Kantone Ländern gleich gesetzt, so ergibt sich ein
differenzierteres Bild: Appenzell-Ausserhoden und Obwalden belegen mit je 12.7% Platz 5, dicht
hinter Irland mit 12.5%. Verschiedene osteuropäische Länder mit 10% teilen sich Rang 3 nach
Montenegro mit 9.0 % Platz auf 2, und die nullbesteuerten britischen Inseln Guernsey und Isle of
Man liegen auf Platz 1.
Auch der Kanton Zug mit 15.8% auf Platz 10 fällt noch in die Top Ten, direkt hinter Lettland und
Island mit je 15%. Uri (15.9%) auf Platz 11 und Schaffhausen (16%) auf Platz 12 folgen gleich
danach, gleichauf mit Ungarn und Rumänien. In den Top Twenty finden sich sechs weitere
Kantone, und selbst die Unternehmenssteuern der weniger weit vorne platzierten Kantone Basel
Stadt (23.4%), Waadt (23.5%) und Genf (24.2%) liegen allesamt noch tiefer als die meisten
europäischen Nachbarländer. Damit befindet sich die Schweiz nach wie vor in einer
hervorragenden Wettbewerbsposition.
Insgesamt ist der Trend zur Kontinuität auch in der Schweiz festzustellen. Die Veränderungen der
Unternehmenssteuersätze sind im Vergleich zum Vorjahr marginal, 16 Kantone behielten den
Vorjahressatz bei und acht Kantone haben leichte Senkungen vorgenommen. Nur zwei Kantone
nahmen signifikante Kürzungen des Unternehmenssteuersatzes vor: St. Gallen um knapp 2% auf
16.9% und Aargau mit 2.2% auf jetzt 19.8%.
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