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  • Typ: Press release
  • Datum: 03.11.2010

Keine nachhaltigen Internen Kontrollsysteme bei Schweizer Unternehmen 

Die aktuelle Studie «Nachhaltigkeit Interner Kontrollen» von KPMG Schweiz zeigt, dass die Mehrheit der befragten Unternehmen in der Schweiz kein Konzept hat, um die Nachhaltigkeit des IKS zu sichern. Meist fehlt auch eine Zusammenführung mit dem operativen Geschäft, und da präventive Kontrollen fehlen, wird die Funktionalität des IKS als Frühwarnsystem eingeschränkt.

 

Seit 2008 ist die Revisionsstelle eines Unternehmens dazu verpflichtet, im Rahmen der ordentlichen Revision der Jahresrechnung das Interne Kontrollsystem (IKS) zur finanziellen Berichterstattung zu prüfen und dessen Existenz zu bestätigen. Die Erfahrungen der letzten zwei Jahre haben gezeigt, dass die meisten Unternehmen die Anforderungen der Schweizer Gesetzgebung (Art. 728a Abs. 1 Ziff. 3 OR) beziehungsweise die Vorstellungen der Prüfungsinstanz (Treuhand-Kammer, Revisionsstelle) erfüllen. Offen bleiben jedoch oftmals Fragen bezüglich der Nachhaltigkeit sowie des konkreten Nutzens des IKS für das Unternehmen. Aus diesem Grund hat KPMG Schweiz eine Studie durchgeführt, deren Resultate sich in fünf Hauptaussagen gliedern lassen.


  • Die Implementierung des Internen Kontrollsystems der befragten Unternehmen konzentriert sich mehrheitlich auf die Einhaltung der Anforderungen der schweizerischen Gesetzgebung. Bei zahlreichen Unternehmen fehlt es an einer effektiven Zusammenführung des IKS mit dem operativen Geschäft oder mit anderen Führungsinstrumenten (z.B. operationelles Risikomanagement, Balanced Scorecard). Die Ergebnisse der Befragung belegen, dass die Unternehmen viel Aufwand in die initiale Dokumentation des IKS gesteckt haben, sich aber nur unzureichend Gedanken darüber gemacht haben, wie die Überwachung und die Aufrechterhaltung des IKS weiterhin sichergestellt werden soll.

  • Der IKS-Kontrollkatalog der meisten Unternehmen besteht primär aus manuellen und detektiven Kontrollen. Die operativen Kosten für den Unterhalt eines effektiven IKS werden nur selten erhoben. Zahlreiche Unternehmen haben einen extensiven IKS-Kontrollkatalog eingeführt. Die Funktionalität von IT-Applikationen wurde jedoch nur selten berücksichtigt, etwa um die Zahl an manuellen und nachträglich aufdeckenden Kontrollen zu reduzieren. Das Resultat sind enorme Anstrengungen, um die IKS-Kontrollen aufrechtzuerhalten, auszuführen und zu testen. Ulrich Amberg, Partner IT Advisory bei KPMG Schweiz, ist überzeugt: «Die sich bietenden Gelegenheiten zur Erhöhung der Effektivität und der Effizienz des IKS müssen wahrgenommen werden, beispielsweise durch eine bessere Anpassung der Prozesse an die Funktionalitäten von IT-Systemen beziehungsweise das Einbinden von automatischen IT-Kontrollen.»

  • Zahlreiche Unternehmen haben Mühe, das IKS aktuell zu halten und dessen operative Anwendung zu überwachen. Für die Beurteilung verlassen sich die Unternehmen meistens auf die Prüfungsergebnisse der Revisionsstelle. Oftmals wird das anfänglich dokumentierte IKS nicht angepasst, wenn die entsprechenden Prozesse und Kontrollen verändert werden. Eine Aktualisierung findet meist nur während der Phase der jährlichen Prüfung durch die Revisionsstelle statt.

  • Mehrheitlich verlässt sich die Unternehmensführung darauf, dass das IKS effektiv durch die Prozess- und Kontrollverantwortlichen betrieben wird. Die Erwartungen der Unternehmensführung an ein effektiv angewendetes IKS werden mit der tatsächlich gelebten Umsetzung der IKS-Vorgaben im Unternehmen oft nur teilweise erfüllt. Die Einführung der Stelle eines IKS-Koordinators hat dazu beigetragen, die IKS-Agenda besser gegenüber der Linie zu kommunizieren und deren Akzeptanz zu erhöhen. Das IKS und dessen Zweck werden in der Linie jedoch oftmals als abstrakt und ohne konkreten Nutzen empfunden.

  • Die Mehrheit der Unternehmen hat kein Konzept, um die langfristige Nachhaltigkeit des IKS zu sichern. Die Verwaltung des IKS beinhaltet meist das Bewirtschaften individueller, unzureichend verbundener Dokumente (z.B. Risiko-Kontroll-Matrix, Kontrollbeschreibungen, Prozessbeschreibungen). Die Interaktion zwischen den Prozess- und Kontrollverantwortlichen sowie dem IKS-Koordinator ist nicht immer ausreichend, um das IKS effektiv und effizient zu verwalten.

Für Ulrich Amberg ist klar: «Die grössten Verbesserungspotenziale des IKS liegen in der Fokussierung auf Schlüsselrisiken und -kontrollen, in der Automatisierung von Kontrollen und im Einsatz von GRC Tools zur effizienteren Steuerung und Überwachung.»

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Zürich, 3. November 2010

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KPMG AG
Andreas Hammer 
Head of Public Relations & Public Affairs
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http://www.kpmg.ch/

 

Nachhaltigkeit Interner Kontrollen

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Die Studie «Nachhaltigkeit Interner Kontrollen» von KPMG Schweiz zeigt, dass die Mehrheit der Unternehmen in der Schweiz kein Konzept hat, um die Nachhaltigkeit des IKS zu sichern.