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  • Service: Advisory, Transactions & Restructuring, Mergers & Acquisitions
  • Typ: Press release
  • Datum: 12.01.2009

Schweizer Unternehmen spielen wichtige Rolle für erwartete Erholung des globalen M&A-Marktes 

Dem Global M&A Predictor von KPMG zufolge dürfte die Transaktionsaktivität in der Schweiz parallel zur globalen Entwicklung im zweiten und dritten Quartal den niedrigsten Stand erreichen. Spezifische Faktoren könnten allerdings der Grund dafür sein, dass sich die Transaktionsaktivität in der Schweiz im europäischen Vergleich schneller erholt.

 

Der Global M&A Predictor von KPMG prognostiziert für das Jahr 2009 einen anhaltenden Rückgang der weltweiten Fusionen und Akquisitionen (M&A). Allerdings sollte die Transaktionsaktivität gegen Jahresende wieder zunehmen, da wir erwarten, dass sich die Liquiditätslage bis dahin verbessert und einige Sektoren attraktive Wertpotenziale aufweisen.

Der neueste Predictor - ein vorwärtsgerichteter Index des geschätzten Verhältnisses zwischen Nettoverschuldung und EBITDA und des Forward-PE von 1000 führenden Unternehmen (einschliesslich 25 aus der Schweiz) - verzeichnet einen massiven Rückgang der vorwärtsgerichteten Unternehmensbewertungen über zwölf Monate. In diesem Rückgang um 22,8 Prozent in der Schweiz (22,2 Prozent weltweit) von 16,2x Ende Mai 2008 auf 12,5x Ende November 2008 (weltweit von 15,3x auf 11,9x) manifestiert sich ein nachlassender Appetit auf Transaktionen. In der Schweiz veränderte sich das prognostizierte Verhältnis von Nettoverschuldung (-Cash) zu EBITDA von -0,10 auf -0,15 (weltweit von 0,93 auf 1,06). Dies entspricht einer Verbesserung um 5 Prozent gegenüber einer Verschlechterung um 13,5 Prozent weltweit. Während die Transaktionskapazität auf globaler Ebene sinkt, so unsere Schlussfolgerung, befinden sich die Schweizer Unternehmen dank ihrer starken Netto-Cash-Positionen in aussichtsreicher Position für potenzielle Akquisitionen, sobald der weltweite M&A-Markt wieder anzieht.

Patrik Kerler, Head of Corporate Finance bei KPMG Schweiz, meint dazu: «Die Ergebnisse aus unserem neuesten Predictor bestätigen unsere Einschätzung, wonach die M&A-Aktivität im Jahr 2009 voraussichtlich sehr verhalten sein wird. So erwarten wir, dass die weltweiten Volumen bis in das dritte Quartal hinein stetig abnehmen. Aufgrund der geringeren Liquidität im Markt und niedrigeren Kapitalmarktliquidität rechnen wir zudem mit einem weiteren Nachlassen bei Transaktionsappetit und
-kapazität.»

«Auf der Basis unserer detaillierten Analyse der Ergebnisse aus dem KPMG Predictor und der historischen M&A-Zyklustrends sind wir jedoch zur Auffassung gelangt, dass Hinweise darauf vorliegen, wonach das Gröbste gegen Ende der zweiten Jahreshälfte 2009 überstanden sein könnte. Nach meiner Meinung sind die vom Jahr 2008 und seiner schier endlosen Serie von schlechten Nachrichten ausgelaugten Investoren entschlossen, im neuen Jahr mit neuem Schwung in den M&A-Markt zu starten.

 

Und die Chancen, die sich zwangsläufig für wertorientierte Anleger in bestimmten Regionen und Sektoren ergeben, sollten sie dabei unterstützen. Darüber hinaus sollten wir vor allem jene Player im Auge behalten, die in der Lage sind, entsprechende Transaktionen über Barmittel zu finanzieren, wie z.B. Unternehmen, die über eine Barsicherheitsreserve verfügen, sowie einige Staatsfonds und private Family Offices. Ich erwarte, dass wir innerhalb von zwölf Monaten einzelne klare Signale für eine zwar langsame, aber zielführende Erholung am M&A-Markt erkennen werden. Ein verlässlicher Indikator hierfür dürfte dann gekommen sein, wenn am Markt qualitativ hochstehende Vermögenswerte wieder zu vernünftigen und nicht mehr zu Notverkaufspreisen gehandelt werden.»

Auf die Spitze im weltweiten M&A-Markt, die der KPMG Predictor im Juni 2007 ausrief, folgte ein massiver Rückgang der durchschnittlichen Transaktionswerte. Im Januar 2008 lieferte der Predictor dann zwingende Anhaltspunkte für ein Nachlassen des Transaktionsappetits sowie für eine Verschlechterung der Kapazität in allen Regionen und Sektoren. Der neueste Predictor lässt nun darauf schliessen, dass dieser Appetit im zweiten oder dritten Quartal 2009 wieder zunehmen dürfte, da die kapitalkräftigen Anleger dem tiefgreifenden Wertpotenzial, das am Markt vorhanden ist, wohl kaum widerstehen können. Dieser prognostizierte Anstieg der M&A-Aktivität könnte - sofern dieser tatsächlich eintritt - einer der positiven Indikatoren sein, die den Kommentatoren vorliegen müssen, um einen Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Aktivität zu signalisieren.

Patrik Kerler ergänzt weiter: «Obwohl dieser Abschwung der M&A-Aktivität ganz anders gelagert ist als frühere Abschwünge, gibt es meines Erachtens Parallelen zwischen der aktuellen Situation am Transaktionsmarkt und der Art und Weise, wie die letzte Rezession bei gross angelegten Fusionen und Übernahmen zu Beginn der 1990er-Jahre überstanden wurde. Ich bin sehr optimistisch gestimmt, dass wir in diesem und im nächsten Jahr ein ähnliches Muster werden beobachten können. Zum Jahresende 2010 sollte dann dieser M&A-Abschwung hinter uns und, was äusserst wichtig ist, eine nachhaltige Erholung der Transaktionsaktivität vor uns liegen. Meines Erachtens wird der weltweite M&A-Markt dann wieder im Geschäft sein.»

Vorschau auf weltweite M&A-Aktivität nach Regionen
Der Predictor zeigt zum ersten Mal einen rückläufigen Bewertungstrend in allen Regionen (vgl. Abb. 1) und unterstreicht damit den weltweiten Rückgang in der M&A-Aktivität. Afrika-Nahost war erneut die Region mit dem grössten Bewertungsrückgang (um 31,6 Prozent von 13,3x auf 9,1x). Der zweitgrösste Rückgang betraf Lateinamerika (um 28,7 Prozent von 16,1x auf 11,5x), gefolgt von Nordamerika (um 24,6 Prozent von 15,9x auf 12,0x). Im Gegensatz zum letzten Predictor, der damals den zweitgrössten Rückgang in Europa meldete, verzeichnete Europa im Bewertungszeitraum von sechs Monaten den zweitniedrigsten Rückgang (um 21 Prozent von 13,5x auf 10,7x) nach Asien-Pazifik (um 19,9 Prozent von 17,0x auf 13,6x).


Obwohl die Transaktionskapazität (vgl. Abb. 2) nach den Daten des weltweiten prognostizierten Verhältnisses von Nettoverschuldung zu EBITDA (von 0,93 auf 1,06) nachgelassen hat, ist in einigen Regionen eine Verbesserung der Bilanzstrukturen zu beobachten. Lateinamerika sowie Afrika-Nahost entwickelten sich gegen den Trend und verbesserten sich um 3,2 bzw. 35,7 Prozent, wobei die Kennzahl von 0,33 in Afrika-Nahost unter allen Regionen am niedrigsten ausfiel. Europa verteidigte seine Position als die Region mit der höchsten Kennzahl von 1,15 (nach 0,97), was einer Verschlechterung um 19,0 Prozent entspricht. Asien-Pazifik musste mit einem Minus von 28,1 Prozent den grössten Rückgang seiner Kennzahl auf 1,14 hinnehmen. Am wenigsten reduzierte sich diese Kennzahl in Nordamerika (von 0,94 auf 0,95).

Julian Vella, der bei KPMG den Bereich Corporate Finance in der Region Asien-Pazifik verantwortet, schätzt die M&A-Aussichten im asiatisch-pazifischen Raum folgendermassen ein: «Auch wenn die Bewertungsrückgänge in der Region Asien-Pazifik am niedrigsten ausfallen, ist ein PE-Rückgang von 19,9 Prozent aber nach wie vor als signifikant einzustufen. Ebenso wichtig ist jedoch die Tatsache, dass das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA mit einem Minus von 28,1 Prozent die nachhaltigste Verschlechterung aufweist, wenn auch ausgehend von einem niedrigen Niveau. Gleichwohl interpretieren wir dies als Anzeichen für einen beginnenden Konjunkturabschwung in dieser Region, der die Kapitalstrukturen der Unternehmen bereits belastet. Für 2009 rechnen wir allerdings mit einer Reihe von grenzüberschreitenden M&A-Transaktionen in Asien-Pazifik, da hoch kapitalisierte Unternehmen das aktuelle Umfeld für strategische Akquisitionen nutzen sollten. Dieser Trend zeichnet sich bereits zu Beginn des neuen Jahres ab.»

Ausserhalb der Region Asien-Pazifik bewertet Patrik Kerler die Aussichten für Europa sowie Nord- und Südamerika wie folgt: «Während die Forward-PE in Europa sowie in Nord- und Südamerika deutliche Rückgänge verzeichnen, bleiben die Bilanzstrukturen in Nordamerika sowie in Lateinamerika robust. Dies bedeutet, dass einige dieser Unternehmen ihre starke Position voraussichtlich beibehalten werden, falls sich wertschöpfende Akquisitionschancen ergeben. In Europa haben sich die Unternehmensbilanzen hingegen um 19 Prozent verschlechtert. Dies lässt darauf schliessen, dass die Wahrscheinlichkeit für kurzfristige Transaktionen weiter abnimmt.»

Vorausschau auf weltweite M&A-Aktivität nach Sektoren
Der Predictor ergab einen Rückgang der Forward-PE-Bewertungen quer durch alle Sektoren, wobei Technologie- (von 18,4x auf 12,6x), Grund- und Rohstoff- (von 13,8x auf 9,6x) sowie Industrieunternehmen (von 15,5x auf 11,1x) die grösste Verschlechterung aufweisen. Im Unterschied zum vorangegangenen Predictor verzeichnete der Sektor Öl & Gas einen starken Rückgang (von 11,8x auf 8,6x). Abwärts ging es auch in den Sektoren Telekommunikation (von 14,1x auf 10,8x), Dienstleistungen (von 17,0x auf 13,5x) und Gesundheitswesen (von 15,5x auf 12,5x). Am niedrigsten fiel der Rückgang bei Konsumgütern aus (von 16,2x auf 14,6x).

Mit einem Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA von 2,68x bzw. 2,27x weisen Versorger- und Industrieunternehmen nach wie vor den höchsten Verschuldungsgrad auf. Der Technologiesektor verfügt weiterhin über Netto-Cash, worin sich die klassische Bilanzstruktur in dieser Vergleichsgruppe widerspiegelt, während das Gesundheitswesen von einer Netto-Cash-Position auf eine Nettoverschuldung gefallen ist.

Im Unterschied zum vorangegangenen Predictor schwächte sich das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA im Sektor Öl & Gas von 0,34x auf 0,48x ab (obwohl O&G mit Ausnahme von Technologie und Gesundheit weiterhin die stärkste Bilanzstruktur unter allen Sektoren aufweist). Grund hierfür sind die nach unten revidierten Ölpreisschätzungen. Der Sektor Dienstleistungen verbesserte sich hingegen von 1,21x auf 1,10x.

In den letzten sechs Monaten gab es keinen Sektor und keine Region, die eine Verbesserung sowohl der Bewertung als auch der Bilanzkapazität hätten verzeichnen können. Offensichtlich mussten sämtliche Sektoren bzw. Regionen einen Rückgang von Transaktionsappetit und -kapazität hinnehmen.

Den grössten Rückgang des Forward-PE erlitten Industrieunternehmen in Afrika-Nahost (von 17,9x auf 7,3x), gefolgt von Grund- und Rohstoffen (von 14,2x auf 6,9x) sowie Gesundheit (von 17,4x auf 9,0x) jeweils in Lateinamerika.

Die Regionen bzw. Sektoren mit der stärksten Bilanzverschlechterung waren Technologie in Lateinamerika (von 0,19x auf 0,34x), Konsumgüter in Europa (von 0,84x auf 1,49x), Öl & Gas in Asien-Pazifik (von 0,39x auf 0,63x) sowie Öl & Gas in Nordamerika (0,31x auf 0,49x).

 

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