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  • Typ: Press release
  • Datum: 01.10.2008

Sovereign Wealth Funds – die neuen globalen Investoren 

Mit der Kapitalspritze aus Singapore bei der UBS im letzten Jahr haben Sovereign Wealth Funds (SWF) erstmals in der Schweizer Öffentlichkeit Aufmerksamkeit erlangt. SWF als Investoren in westlichen und schweizerischen Unternehmen dürften in Zukunft eine wesentliche Rolle spielen.

Gemäss Schätzungen von Private Equity Intelligence betragen diese Investitionen etwa 120 bis 150 Milliarden USD oder rund zehn Prozent des globalen Private Equity-Marktes. Tendenz steigend.

 

Die Meinungen zu SWF sind geteilt. Für die Befürworter von Staatsfonds sind diese anderen

Kapitalquellen wie etwa Hedge Fonds oder auch Private Equity (PE) ebenbürtig. Sie billigen denn

auch den meisten Staatsfonds einen langfristigen Anlagehorizont zu, unabhängig davon, ob es

sich um rohstoff- oder währungsreservenbasierte Fonds handelt. Skeptiker beanstanden

insbesondere die mangelnde Transparenz und malen das Gespenst der politischen Einflussnahme

und der unrechtmässigen Aneignung von Know-how an die Wand oder mahnen mangelnde

Reziprozität und sicherheitspolitische Überlegungen an.

 

Staatsfonds und die mit ihnen verwandten Staatsunternehmen (Sovereign Wealth Enterprises

SWE) wie z.B. die China National Offshore Oil Corporation oder Dubais DP World spielen eine

wichtige Rolle auf den globalen Finanzmärkten. In fünf bis zehn Jahren soll das verwaltete

Vermögen 10’000 bis 15’000 Milliarden USD betragen – bereits heute schon mehr als Hedge

Funds und Private Equity zusammen. Ihr Einfluss auf den M&A-Markt dürfte in den kommenden

Jahren zentrale Bedeutung erlangen und die anvisierte enge Zusammenarbeit mit PE-Häusern ihre

Position weiterhin verstärken. „Das exponentielle Wachstum der Investitionen von SWFs in den

kommenden Jahren ist ein Zeichen für die Verschiebung ökonomischer Kräfte auf der politischen

Weltkarte“, sagt Patrik Kerler, Head of Corporate Finance bei KPMG Schweiz. „Im Vergleich zu

unseren traditionellen institutionellen Investoren wie Pensionskassen-, Investment- und

Versicherungsfonds ist der Anteil der SWF noch klein, aber diese Gewichtung wird sich rasch

verschieben. Die aktuelle Finanzkrise beschleunigt diesen Prozess zusätzlich.“, meint Kerler

weiter. Staatsfonds und -unternehmen dürften gegenüber traditionellen Investoren dank ihrer

enormen Geldreserven auch einen längeren Atem haben.

 

Ob SWF nach den bereits in grossem Umfang getätigten Investitionen in die Finanzindustrie in

Folge der jüngsten Ereignissen abermals als rettende Hand in ihre Tasche greifen, ist jedoch

fraglich. „Die Motivation und Anlagestrategie von SWF sind Gewinnorientierung und das

Ausnützen von günstigen Opportunitäten, die eine überdurchschnittliche Rendite versprechen“,

erläutert Vijay Arumbakkam, Partner von KPMG in den Vereinigten Arabischen Emiraten. In den

letzten Jahren und Monaten waren Ziele im Finanzsektor äusserst attraktiv und beliebt. Die

Wende kam jedoch mit dem Zusammenbruch einzelner amerikanischer Finanzinstitute. „Wir

spüren nach den jüngsten Ereignissen im europäischen und amerikanischen Finanzsektor eine

starke Zurückhaltung bezüglich neuer Investitionen in diesen Bereichen. In den letzten Monaten

haben die Staatsfonds mit ihren Anteilen an Banken und Versicherungen sehr viel Geld verloren“,

sagt Vijay Arumbakkam weiter.

 

Bezüglich Corporate Governance und Transparenz erwarten westliche Staaten und Unternehmen

eine weitergehende Offenlegung der Investitionen und Aktivitäten der SWF. Noch müssen die

meisten Staatsfonds beweisen, dass sie sichere und seriöse Alternativen zu herkömmlichen

Investoren bieten, eine angemessene Reziprozität gewährleisten und die abgeschlossenen

Investitionen auch nachhaltigen Erfolg zeitigen. Die Erfahrung zeigt aber auch, dass die SWF sich

als reine Finanzinvestoren sehen und wenig Interesse an der aktiven Mitbestimmung oder gar

Einsitznahme in Führungsgremien haben.

 

Sie können die Präsentationen mit ausführlichen Statistiken, Grafiken u.a. mit den grössten

Beteiligungen von SWF in westlichen Unternehmen unter www.kpmg.ch herunterladen.

 

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Weitere Informationen erhalten Sie bei:

 

KPMG AG

Stefan Mathys

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Brand & Communications

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