Details

  • Industrie: Insurance
  • Typ: Press release
  • Datum: 11.11.2009

Versicherungsgesellschaften wollen Risiko- und Kapitalmanagement stärken 

Die Versicherungsbranche hat die Wirtschaftkrise - mit wenigen Ausnahmen - bisher verhältnismässig unbeschadet überstanden. Wie eine weltweite KPMG-Studie zeigt, sind die Versicherungsgesellschaften gleichwohl bemüht, ihr Risiko- und Kapitalmanagement zu verbessern. Auslöser dafür sind jedoch nicht in erster Linie neue Vorschriften, sondern der Wille, die wirtschaftliche Performance langfristig zu stärken.

 

Eine Umfrage von KPMG bei 392 Versicherungsgesellschaften in 47 Ländern Europas, Asiens und Nordamerikas hat gezeigt, dass die meisten Versicherer die Phase der Finanzkrise mit einigermassen starken Reserven hinter sich gebracht haben. Allerdings hindert dieser Umstand sie nicht daran, in erster Linie an ihre Eigenmittelausstattung zu denken, wenn sie sich die Frage nach möglichen Wachstumsbremsen stellen. Ihre grösste Sorge gilt der Möglichkeit, dass die Versicherer durch aufsichtsrechtliche Interventionen und Regelungen wie Solvency II gezwungen werden könnten, höhere Eigenmittel zu halten. Die Befragten äusserten aber auch Sorgen hinsichtlich der Kosten und der Verfügbarkeit von Kapital für den Fall, dass sie ihre Puffer aufstocken müssten. In dieser Frage werden Lebensversicherer und Sachversicherer von weitgehend vergleichbaren Sorgen umgetrieben.

Trotz der jüngsten Kontroverse bezüglich der für Solvency II empfohlenen Parameter begrüsste die Mehrheit der befragten Versicherer die neuen Kapitalvorschriften. Etwas mehr als sechzig Prozent der Befragten sind der Auffassung, dass die neuen aufsichtsrechtlichen Regelungen sich positiv auf ihr Risikomanagement auswirken werden. Chancen für eine Verbesserung ihres Kapitalmanagements rechnen sich etwa gleich viele von ihnen aus. Interessanterweise erwarten deutlich weniger von ihnen, nämlich nur etwa ein Drittel, positive Auswirkungen auf die Ertragskraft der Unternehmen. In dieser Einschätzung kommt  möglicherweise die Befürchtung zum Ausdruck, höhere Kapitalkosten könnten die Margen nach unten drücken.

Stärkere Performance dank verbessertem Risiko- und Kapitalmanagement
Wenngleich aufsichtsrechtliche Veränderungen ohne Zweifel ein Thema sind, das den leitenden Versicherungsangestellten den Schlaf raubt, liegt hier nicht der einzige Motivationsfaktor für die Anstrengungen zur Stärkung von Risiko- und Kapitalmanagement. Auf die Frage nach den dringendsten Gründen für Verbesserungen in diesem Bereich nennen die Befragten als die wichtigsten Schwerpunkte ihres Handelns die Sicherung besserer, risikogestützter Entscheidungsprozesse sowie eine verbesserte Kapitalzuweisung. Die Beachtung und Einhaltung neuer aufsichtsrechtlicher Regelungen findet sich erst sehr weit unten auf der Prioritätenliste. Dem ist möglicherweise zu entnehmen, dass die vorrangige Absicht hinter der Stärkung des Risiko- und Kapitalmanagements darauf abzielt, die Performance zu steigern und eben nicht nur auf gesetzliche oder aufsichtsrechtliche Neuerungen zu reagieren.

Im Allgemeinen zeigten die für diese Studie befragten Versicherer sich recht zuversichtlich, was die Fähigkeit ihrer jeweiligen Unternehmen betrifft, die Informations- und Meldepraktiken im Risikomanagement zur Verwaltungsratssache zu machen und sicherzustellen, dass die vorgelegten Risikoberichte für die beabsichtigte Zielgruppe aussagekräftig und angemessen sind. Zweifel werden allerdings bezüglich der Risikokompetenz auf Verwaltungsratsebene geäussert. Dies ist möglicherweise als Hinweis darauf zu lesen, dass die Risikoinformationen zwar die richtigen Adressaten erreichen, dass es diesen jedoch an dem erforderlichen Wissen und Know-how fehlt, um darauf angemessen zu antworten oder um die erwartete Führungsrolle spielen zu können, ohne die eine breiter angelegte Risikokultur kaum zu erzeugen ist.

Bessere Koordination zwischen Risikofunktionen und anderen Bereichen des Unternehmens
Sowohl die aufsichtsrechtlichen Neuerungen als auch der interne Druck in Richtung auf eine Steigerung der Performance wirken sich als einflussreiche Faktoren aus, welche die Unternehmen dazu motivieren, zwischen den einzelnen Bereichen des Risikomanagements und den anderen Zweigen des Geschäfts stärkere Verknüpfungen herzustellen. Die Versicherer ergreifen gegenwärtig verschiedene Schritte zur Verbesserung ihres Risiko- und Kapitalmanagements. Die drei wichtigsten Massnahmen jedoch gelten immer wieder der Verbesserung der bereichsübergreifenden Koordinierung und Zusammenarbeit. Man ist bestrebt, solidere Bande zwischen den Risiko- und Finanzfunktionen zu knüpfen, die Risikofunktion verstärkt in die strategischen Aspekte des Geschäfts einzubeziehen und einen besseren Dialog zwischen dem Risikomanagement und den Geschäftslinien zu fördern. Diese Ergebnisse der Studie lassen auf ein grosses Interesse daran schliessen, das Risikomanagement tiefer und fester in die umfassende Geschäftstätigkeit einzubetten.

***

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

KPMG AG
Andreas Hammer
Head of Public Relations
Telefon: +41 44 249 48 20
Mobil: +41 79 335 75 06
E-Mail:
kpmgmedia@kpmg.ch
http://www.kpmg.ch/

 

Versicherungen

rollup image
Unsere Dienstleistungen für Versicherungen