Die aktuelle Studie «
KPMG's Corporate and Indirect Tax Survey 2010» zeigt, dass die generelle Tendenz von sinkenden Unternehmenssteuern in diesem Jahr weiter anhält. Im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld beschäftigen sich die Behörden weltweit mit der Anpassung ihres Steuersystems, wobei indirekte Steuern zunehmend eine wichtigere Rolle spielen. Die Schweiz konnte ihre starke Position im internationalen Steuerwettbewerb festigen und befindet sich im europäischen Vergleich weiterhin in der Spitzengruppe. Sie stellt mit Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Obwalden, Schwyz und Nidwalden fünf Kantone in den europäischen «Top 10».
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass sich infolge der Wirtschaftskrise viele Länder mit der Umstrukturierung ihrer Steuersysteme befassen. Während die maximalen Gewinnsteuersätze im weltweiten Durchschnitt von 25.44 auf 24.99% gesenkt wurden, treten die indirekten Steuern vermehrt in den Fokus. Wie bereits im Vorjahr stiegen die indirekten Steuern, zu denen vorwiegend die Mehrwertsteuer gehört, global leicht an: durchschnittlich von 15.41% im Jahr 2009 auf 15.61% in diesem Jahr.
Steuersenkungen in Europa, Nordamerika und Asien
Gemäss der KPMG-Studie wurden die Unternehmenssteuersätze in Europa von durchschnittlich 21.70 auf 21.52% gesenkt. Einzig in Lateinamerika werden leicht höhere Unternehmenssteuern bezahlt als im Vorjahr. Auch ein Blick auf die Mehrwertsteuer zeigt grosse Unterschiede: In Afrika und Nordamerika wurden die indirekten Steuern konstant tief gehalten. In Europa stiegen die indirekten Steuersätze durchschnittlich um 0.38% auf 19.67%.
Stärkere indirekte Besteuerung
«Die Verlagerung zur Mehrwertsteuer wird sich fortsetzen», beurteilt Jörg Walker, Head of Tax und Mitglied der Geschäftsleitung bei KPMG Schweiz, die Situation. «Die Sätze dürften ansteigen, weil die Regierungen ihre Budgetdefizite reduzieren wollen. UK, Spanien, Griechenland, Finnland und Portugal beispielsweise haben schon angekündigt, ihre Mehrwertsteuersätze zu erhöhen, aber auch ausserhalb Europas befassen sich mit China und Indien zwei der wichtigsten globalen Player mit der Einführung von indirekten Steuern.» Darüber hinaus wird auch in den USA über die Notwendigkeit von steuerlichen Massnahmen wie der Mehrwertsteuer diskutiert.
Schweiz festigt ihre Position in der Spitzengruppe
Im europäischen Ländervergleich der Unternehmenssteuersätze liegt die Schweiz auf dem 12. Platz und hat sich somit gegenüber dem Vorjahr um drei Ränge verbessert. In der globalen Studie wurde der durchschnittliche Steuersatz der Stadt Zürich verwendet. Zieht man zur besseren Vergleichbarkeit jedoch das arithmetische Mittel der Kantone heran, liegt die Schweiz mit 18.8% auf Platz 8. Mit den Kantonen Appenzell Ausserrhoden, Obwalden (beide Platz 5), Schwyz (6), Appenzell Innerrhoden (7) und Nidwalden (8) stellt die Schweiz fünf Kantone in den europäischen «Top 10» dicht hinter den nullbesteuerten britischen Inseln Guernsey, Isle of Man und Jersey, einigen osteuropäischen Staaten sowie Zypern und Irland. Mit 14 Kantonen in den «Top 20» gehört die Schweiz zu den attraktivsten Standorten für Unternehmen in Europa, wobei selbst der Kanton Genf mit der höchsten Unternehmensbesteuerung unter den Kantonen (24.18%) noch vor den Schweizer Nachbarländern und den restlichen westeuropäischen Staaten liegt.
Bei der indirekten Besteuerung ist die Schweiz noch attraktiver
Noch attraktiver präsentiert sich der Standort Schweiz im Vergleich der indirekten Steuern: Hinter Gibraltar und Guernsey mit Nullsteuern sowie Jersey mit einem Mehrwertsteuersatz von 3.0% zählt die Schweiz zu den Spitzenreitern. Auch die per 2011 eingeführte MWST-Satzerhöhung von 7.6 auf 8.0% ändert nichts an dieser Situation, da der nächsthöchste MWST-Satz von Luxemburg mit 15.0% immer noch deutlich über dem Schweizer Wert liegt. Somit ist in der Schweiz die Belastung durch die MWST, welche kaum Umverteilungseffekte kennt, signifikant tiefer.
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