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Vorschriften zur Rechnungslegung nach Obligationenrecht 

Spätestens ab Geschäftsjahr 2015 gelten die neuen Bestimmungen zur kaufmännischen Buchführung und Rechnungslegung („Rechnungslegungsrecht“, Art. 957 – 963b OR). Neben Wahlrechten zur Bewertung und zur Währung sind zusätzliche Anforderungen zur Offenlegung zu beachten. Stille Reserven sind weiterhin zulässig. Einzug ins Gesetz hat auch das Konzept des anerkannten Standards zur Rechnungslegung gehalten.

Rechtsformunabhängige Ausgestaltung

 

Die Vorschriften zur kaufmännischen Buchführung und Rechnungslegung sind rechtsformunabhängig ausgestaltet und gelten für alle juristischen Personen sowie für Einzelunternehmen und Personengesellschaften, deren Umsatz 500‘000 CHF überschreitet.

Buchführung und Rechnungslegung

Buchführung und Rechnungslegung können in Schweizer Franken oder in der für die Geschäftstätigkeit wesentlichen Währung erfolgen (mit Angabe der Werte in Schweizer Franken). Für alle betroffenen Gesellschaften gibt das Gesetz eine Mindestgliederung von Bilanz und Erfolgsrechnung ebenso wie einen erweiterten Mindestinhalt des Anhangs vor.

 

Die Bewertung soll vorsichtig erfolgen, ohne die zuverlässige Beurteilung der wirtschaftlichen Lage zu verhindern. Stille (Willkür-)Reserven sind unverändert zulässig. Bei der erstmaligen Erfassung findet das Anschaffungs- oder Herstellungskostenprinzip unverändert Anwendung. Grundsätzlich gilt der Grundsatz der Einzelbewertung.

 

Die Rechnungslegung für grössere, ordentlich zu prüfende Unternehmen beinhaltet zusätzlich eine Geldflussrechnung, weitere Offenlegungen im Anhang und einen Lagebericht.

Gesetzliche Verankerung anerkannter Standards

Erstmals Aufnahme ins Gesetz gefunden haben sogenannte anerkannte Standards zur Rechnungslegung. Dazu gehören Swiss GAAP FER, IFRS for SME, IFRS, US GAAP und IPSAS. Die Rechnungslegungsvorschriften der FINMA sind gleichwertig. Einen Abschluss nach einem solchen Standard haben kotierte Gesellschaften, Genossenschaften mit mehr als 2‘000 Genossenschaftern und ordentlich zu prüfende Stiftungen zu erstellen.

Verpflichtung zu einer Konzernrechnung

Eine Konzernrechnung muss erstellt werden, wenn eine oder mehrere Unternehmen kontrolliert werden. Vereine, Stiftungen und Genossenschaften können diese Pflicht an ein kontrolliertes Unternehmen übertragen.

In folgenden Fällen muss keine Konzernrechnung erstellt werden:

 

  • Zwei der drei Grössenkriterien – Bilanzsumme CHF 20 Mio., Umsatzerlös CHF 40 Mio., 250 Vollzeitstellen – werden auf konsolidierter Basis in zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren nicht überschritten;
  • Die kontrollierende Muttergesellschaft legt eine nach gleichwertigen Vorschriften erstellte und geprüfte Konzernrechnung vor.

 

Die Konzernrechnung der meisten Unternehmen untersteht weiterhin den Grundsätzen ordnungsmässiger Rechnungslegung.

Beachten Sie die Übergangsbestimmungen

Gemäss den Übergangsbestimmungen finden die Vorschriften zur kaufmännischen Buchführung und Rechnungslegung erstmals Anwendung für das Geschäftsjahr, das zwei Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes beginnt. Dies wird im Normalfall das Geschäftsjahr 2015 sein. Eine frühzeitige Anwendung der Vorschriften ist möglich.

Was sind Ihre Herausforderungen?

  • Umsetzen der neuen Anforderungen an die Bilanzierung und Offenlegung
  • Kennen der Handlungsspielräume, die sich aus den Wahlrechten ergeben
  • Erstellen von Geldflussrechnung und Lagebericht für grössere Unternehmen
  • Zusätzlicher Abschluss nach anerkanntem Standard für Grossgenossenschaften und grössere Stiftungen

Wie kann KPMG helfen?

Unsere Fachspezialisten verfügen über ein umfangreiches Wissen zu den verschiedenen Rechnungslegungsstandards, kennen die branchenspezifischen Herausforderungen und unterstützen Sie mit profunder Praxiserfahrung.

 

Wir unterstützen Sie bei der Klärung von Anwendungsfragen, bei der Umsetzung der neuen Anforderungen der Rechnungslegung und der damit einhergehenden Möglichkeiten und Implikationen.

Prof. Reto Eberle

Prof. Reto Eberle

Partner, Audit DPP, dipl. Wirtschaftsprüfer

+41 58 249 42 43

Reto Zemp

Reto Zemp

Partner, Audit DPP, dipl. Wirtschaftsprüfer

+41 58 249 53 04

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